Impfungen liegen im Kreis weit unter dem Landesdurchschnitt

Impfungen: Neun Prozent der Kinder nicht geschützt

Werra-Meissner. 94 Prozent aller Kinder, die in diesem Jahr in Hessen mit der Schule anfangen, sind gegen Masern-Erkrankungen geschützt. Bei den restlichen sechs Prozent fehlt die für den vollständigen Schutz wichtige zweite Impfung.

Das geht aus Krankenkassen-Informationen hervor. Für den Werra-Meißner-Kreis liegt die Zahl bei 91,2 Prozent, wie Kreissprecher Jörg Klinge mitteilt, und damit deutlich unter dem Durchschnitt aller hessischen Abc-Schützen.

Während der Schuleingangsuntersuchungen der vergangenen fünf Jahre wurde festgestellt, dass zum Beispiel 2012 von allen Einschülern 92,9 Prozent vollständig gegen Masern geschützt waren. Im vergangenen Jahr waren es lediglich 90 Prozent der Jungen und Mädchen.

Auch die Vorfälle in Berlin, 2014 infizierte sich eine große Anzahl Menschen mit Masern und ein anderthalb Jahre altes Kleinkind verstarb an der Krankheit, lassen laut Klinge keine Rückschlüsse auf eine höhere Impffreudigkeit zu. Gelegentlich seien solche Vorfälle Thema im Gespräch mit Eltern, berichtet Dr. Jan Purr vom Gesundheitszentrum Gelstertal in Großalmerode. Allerdings seien solche Nachrichten leider kurzlebig. Zudem gebe es Meldungen wie eine Diskussion, dass nach Masern-Impfungen Autismus auftreten kann, die bei Eltern Ängste schüren und deutlich mehr Nachwirkungen hinterlassen – auch wenn sie schlicht falsch seien.

Das Gesundheitsamt des Kreises, so Klinge, rate zu allen von der Impfkommission des Robert-Koch-Instituts empfohlenen Impfungen. Hier liegt allerdings die Quote noch deutlich niedriger. Den kompletten Impfstatus haben nur 81,2 Prozent der Kinder im Kreis. Die kombinierte Impfung gegen die Atemwegserkrankungen Diphterie, Pertussis und Keuchhusten beispielsweise erhielten im Kreis 92,8 Prozent aller Jungen und Mädchen.

Von Nicole Demmer

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