Immer in Bewegung

Dorothea Beck feiert ihren 103. Geburtstag

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Beste Gesundheit: Ihre Familie hält Dorothea Beck fit. Als sie unter einem Darmtumor litt, pflegte die Tochter sie gesund.

Herleshausen. Ihre Familie ist für Dorothea Beck das Wichtigste im Leben. Beinahe täglich besuchen ihre Kinder, fünf Enkel und zehn Urenkel die Herleshäuserin im evangelischen Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth. Am Freitag kommen die Angehörigen wohl besonders gern, denn die rüstige Dame feiert ihren 103. Geburtstag.

Für das Fest zu Ehren der ältesten Frau der Großgemeinde Herleshausen wurde eigens der größte Saal des Altenheims freigeräumt, um genügend Platz für alle Gäste und Gratulanten zu schaffen. Der viele Trubel ist genau nach dem Geschmack von Dorothea Beck. „Oft klagt sie, dass es ihr zu langweilig ist“, sagt ihre Tochter Anneliese Baum mit einem Lächeln. Noch immer ist die 103-Jährige gern in Bewegung – am liebsten dreht sie mit ihren Enkeln eine Runde durch ihre Heimat Herleshausen. „Und das, obwohl sie seit ihrem mittlerweile zweiten Oberschenkelhalsbruch auf eine Gehhilfe und einen Rollstuhl angewiesen ist“, sagt Anneliese Baum.

Hochzeit in Herleshausen 

Noch immer sei ihre Mutter tief mit Herleshausen verwurzelt und werde häufig auf der Straße erkannt. „Sie war stets hilfsbereit – wann und wo immer sie gebraucht wurde, ist sie eingesprungen“, erklärt Tochter Anneliese. Geboren wurde Dorothea Krauß 1912 aber nicht in Herleshausen, sondern in Renda. Wie ihre drei Geschwister besuchte sie die örtliche Schule und fand danach eine Anstellung im Haushalt eines Lehrers.

Als junge Erwachsene schließlich ging sie nach Herleshausen, um dort im Haushalt der jüdischen Familie Katzenstein zu arbeiten. Kürzlich habe es ein Wiedersehen mit einem Enkel der Familie gegeben: „Die Freude war groß“, erinnert sich Anneliese Baum. Der Kontakt zwischen ihrer Mutter und den Katzensteins sei jahrelang unterbrochen gewesen, da die Familie vor den Nationalsozialisten in die USA fliehen musste.

In Herleshausen lernte Dorothea Krauß auch ihren künftigen Ehemann, den Schreiner Emil Beck, kennen. 1937 wurde Hochzeit gefeiert. Zwei Kinder gingen aus der Ehe hervor: Karl-Heinz und Anneliese Beck. Zunächst lebte die Familie in der Hintergasse, später im Geburtshaus Emil Becks in der Sackgasse. Tochter und Sohn haben ihre Mutter aus dieser Zeit als liebevolle und arbeitsame Frau in Erinnerung. Immer sei sie die große Stütze der Familie gewesen. „Ihr Ausgleich war die Gartenarbeit“, sagt Anneliese Baum. „Die fehlt ihr heute sehr.“

Zu Ehren von Dorothea Beck soll es am Freitag eine große Kaffeetafel mit selbstgebackenem Kuchen geben. „Vor Back-Angeboten, auch von außerhalb der Familie, können wir uns kaum retten“, sagt Anneliese Baum und lacht. „So möchte jeder dieser feinen Frau etwas zurückgeben.“

Von Emily Spanel

 

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