Von fairen Anbaubedingungen überzeugt

Familie Buchenau begibt sich in Kamerun auf die Spuren des Kaffees

Herleshausen. Die Bohnen für einen der köstlichsten Kaffees der Welt stammen aus Kamerun – würzig im Aroma, mit einer leichten Note nach Schokolade.

Seit mehr als zwei Jahren vertreibt Doris Buchenau aus Willershausen den in der Bremer Rösterei Utamtsi veredelten Muntermacher schon in ihrem „Weltladen mobil“. Nun hat sie sich persönlich von den Anbaubedingungen des Hochlandrohkaffees überzeugt. Zwei Wochen dauerte ihre abenteuerliche Reise in das zentralafrikanische Land – Überraschungen inklusive.

„Obwohl die Menschen dort an der Quelle sitzen, wird meist löslicher Kaffee getrunken“, sagt Doris Buchenau mit einem Lächeln. Das sei, so die Erklärung der Kameruner, schlichtweg günstiger – und spare Zeit. Die Willershäuserin hat, gemeinsam mit ihrem Ehemann Gerhard und sechs weiteren Mitgliedern einer Reisegruppe, solche örtlichen Gepflogenheiten erlebt, Anbaumethoden unter die Lupe genommen – und die Menschen hinter dem Endprodukt kennengelernt.

„Der Job, in 1800 Metern Höhe Kaffee-Bohnen zu ernten, ist hart“, sagt Buchenau. Oft seien zwischen den Kleinbauern und der Verschiffung noch bis zu zwölf Zwischenhändler geschaltet. „Die Kleinbauern verdienen dabei mit rund 50 Cent pro Kilo am wenigsten“, sagt die Willershäuserin, „deshalb hat mich das Unternehmen Utamtsi mit seiner ganz anderen Philosophie überzeugt.“

Dessen Gründer, der Kameruner Morin Kamga Fobissie, hat die Reise der Buchenaus organisiert und die Leitung übernommen. Kennengelernt hat Buchenau den Unternehmer vor etwa fünf Jahren auf einer Messe in Bad Hersfeld; der berufliche Kontakt sei seitdem nicht mehr abgerissen. Fobissies Bremer Rösterei, die Bio- und Fairtrade-Läden in ganz Deutschland beliefert, sei zwar klein, stelle aber den sozialen Aspekt in den Fokus.

„Die Dankbarkeit der Kleinbauern, die wir in Kamerun hautnah erleben durften, war überwältigend“, sagt Buchenau. „Für ihre Kaffee-Ernte erhalten sie einen festgelegten Preis, der 40 Prozent über dem des Weltmarktes liegt.“

Und trotz einer mehr als zehnstündigen Flugzeit war die Heimat der Buchenaus nie so ganz fern: Auf dem Weg in das Dorf Fondjomekwet im Westen Kameruns überholte sie ein ausgemusterter Bus der Eschweger Klosterbrauerei.

• Doris Buchenau plant, ihre Erlebnisse als Vortrag auszuarbeiten. Termine können per E-Mail unter weltladenmobil@buchenau.bizgebucht werden. Sie wird mit ihrem „Weltladen mobil“ auch auf den Märkten der Region vertreten sein, so auch auf dem Osterkrammarkt in Eschwege.

Das ist das Bremer Unternehmen Utamtsi

Das Bremer Unternehmen Utamtsi wurde 2005 von Morin Fobissie Kamga aus Kamerun und seinem Studienkollegen Stephan Frost gegründet. Utamtsi hat sich den nachhaltigen Handel auf die Fahnen geschrieben: In Kamerun wird der Rohkaffee direkt von den Kleinbauern gekauft. Utamtsi entrichtet zudem höhere Löhne für die Arbeiterinnen, welche Sortierarbeiten übernehmen. Zusätzlich fördert die Rösterei Sozialprojekte, wie etwa ein Gesundheitszentrum in Kamerun sowie die die Einbeziehung von Menschen mit Behinderung in die Verarbeitungskette des Kaffees. (esp)

www.utamtsi.com

Von Emily Spanel

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