Aufarbeitung des Themas hat begonnen: Buch erscheint

Luftkrieg 1944: 137 Piloten sterben bei gewaltiger Schlacht

Nur noch rauchende Trümmer: Ernst Eisenberg und sein Sohn Lothar begutachten im Jahr 1944 die Reste eines in der Nähe des Hahnhofes bei Herleshausen abgeschossenen alliierten Liberator-Bombers. Das Foto stammt aus dem Archiv des Werratalvereins Zweigverein Südringgau. Foto: Hans Popp/nh

Herleshausen. Im September des Jahres 1944 haben die Alliierten den Luftkrieg über Deutschland weitestgehend für sich entschieden. Doch durch einen Zufall wird das Gebiet um Herleshausen zum Schauplatz einer letzten, gewaltigen Luftschlacht.

Der 27. September des Jahres 1944 ist ein regnerischer Tag. Dicke Wolken hängen über Herleshausen und den umliegenden Orten. Trotz der schlechten Bedingungen hat sich ein Geschwader der alliierten „US-Bomb-Group“ vom englischen Tibenham auf den Weg nach Kassel gemacht, um dort die Henschel-Werke zu bombardieren.

Die Turbulenzen

Insgesamt 35 Maschinen vom Typ „Liberator“ sind gegen 11 Uhr im Luftraum über Herleshausen unterwegs, als sie plötzlich vom Kurs abkommen. Wegen des turbulenten Wetters wird auch das Ausweichziel, der Göttinger Bahnhof, verfehlt. Die Bomber, die ohne Jagdschutz unterwegs sind, werden vom deutschen Jagdgeschwader 3,4 und 300 gestellt und angegriffen.

Die Schlacht

Mindestens 30 der alliierten Bomber, so die Recherchen des Luftkriegsforschers Eberhard Hälbig, werden abgeschossen; dazu kommt eine Jagdmaschine des Typs „Mustang“. 118 Airforce-Soldaten sterben, 121 geraten in deutsche Gefangenschaft. Als Verlust werden außerdem 29 deutsche Jagdflugzeuge gemeldet; 19 Piloten fallen. „Von Krauthausen bis Eisenach, von Herleshausen bis Gerstungen beobachten zahlreiche Menschen die heftigen Kampfhandlungen“, heißt es in den Aufzeichnungen Hälbigs. „Sie sehen die explodierenden Flugzeuge und die Fallschirme, die in großer Zahl zur Erde schweben.“

Die Aufarbeitung

Erst in den vergangenen Jahren wurde damit begonnen, die Kampfhandlungen aufzuarbeiten. Weil viele der Handlungsorte, wie etwa das thüringische Lauchröden, im Grenzbereich liegen, waren Untersuchungen zum Schicksal alliierter Piloten bis zur Wiedervereinigung nicht erwünscht.

Buch ist ab sofort im Handel

Das Buch „Luftschlacht über Thüringen und Hessen am 27.9.1944“ von Eberhard Hälbig ist im Rockstuhl-Verlag Bad Langensalza erschienen. Das 176 Seiten starke Werk kann entweder direkt beim Verlag (ISBN 978-3-95966-084-6) oder im örtlichen Buchhandel erworben werden. Auch eine Bestellung beim Autor selbst ist möglich: Eberhard Hälbig, Heideweg 2a in Eisenach; Telefon 0 36 91/88 21 80, E-Mail: eberhard.haelbig@t-online.de. Das Buch mit den gesammelten wissenschaftlichen Forschungen kostet 29,95 Euro.

Von Emily Spanel 

Kommentare