Musik, die zu Herzen geht

Chöre und Solisten spielen Sommerkonzert in Willershäuser Kirche

Abwechslungsreich: Die Blechbläser-Formation nahm das Publikum in der Willershäuser Kirche mit auf eine Zeitreise in die Salonmusik der 1920er-Jahre. Foto: privat/nh

Willershausen. Seit Jahrhunderten ist die imposante Willershäuser Hallen- und Wallfahrtskirche gesuchtes Ziel für Besucher aus nah und fern.

Nun erlebten die Gäste in dem voll besetzten Gotteshaus beim traditionellen Sommerkonzert des heimischen Kirchenchores Musik, die zu Herzen ging.

Das Bläserensemble „Blechsalat“ setzte eindrucksvolle Anfangs- und Schlusspunkte: Die Protagonisten starteten mit dem Bach-Choral „Ich freue mich auf den Herrn“ und beendeten die Veranstaltung nach über 90 Minuten mit „Ade zur guten Nacht“. Zudem gelang Familie Buchenau und zweien ihrer Bläserfreunde aus Lispenhausen ein abwechslungsreicher Ausflug in die Salonmusik der zwanziger Jahre.

Der Gastgeberchor bewies an diesem Abend seine Weiterentwicklung der letzten Jahre durch die Präsentation von insgesamt acht Beiträgen. Dabei wurde gekonnt ein bunter Bogen von Brahms bis zum Gospel „Ride the Chariot“ gespannt. Das gab dem neuen Dirigententandem Gerhard Buchenau und Boris Hagedorn geeigneten Spielraum zu demonstrieren, wie bravourös man den Abschied des bisherigen Leiters Thomas Müller bewältigt hat. Die 16-jährige Martha Bu sorgte mit „You raise me up“ für einen bewegenden Höhepunkt.

Unter der Leitung von Barbara Werkmeister sorgte das Herleshäuser Gitarrentrio für weiteren Hörgenuss: Alina-Sophie Deist (zwölf Jahre) und Nele Wetterau (13 Jahre) zeigten mit ihrer Lehrerin in vier Beiträgen ihr Können.

Überzeugend auch die beiden Auftritte des Gastchores „Frohsinn“ aus Ifta. Mit Spritzigkeit und Klangfülle unterhielten die von Frank Ber sicher geleiteten Thüringer das Publikum bestens mit fünf Liedern.

Erlös für den guten Zweck 

Pfarrer Martin von Frommannshausen fand mit seinen Ausführungen zu dem Tagesspruch „Einer trage des anderen Last“ sowie einer Verbindung mit dem Bibelwort „Ein jeder diene mit seiner Gabe“ den passenden verbalen Schirm für einen Konzertabend. Das positive Echo machte sich auch in der großen Spendenbereitschaft bemerkbar, eine von der Hochwasserkatastrophe am Inn betroffene Familie mit Verwandtschaft in Herleshausen zu unterstützen.

Die Organisatorin Doris Buchenau hatte die Veranstaltung unter das Leitwort gestellt: „In der Musik hat Gott den Menschen die Erinnerung an das verlorene Paradies hinterlassen.“ Diese Erkenntnis war in vielen Worten spürbar, die beim anschließenden Beisammensein im Dorfgemeinschaftshaus Wartburgblick gewechselt wurden. (red/esp)

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