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Gut Hohenhaus bei Holzhausen: Hier trifft Natur auf Literatur

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Imposant: Das Hauptgebäude des Gutes Hohenhaus bei Holzhausen. Zum Anwesen gehören ein Park im viktorianischen Stil, 1000 Hektar Wald, landwirtschaftliche Nutzflächen und alte Streuobstwiesen.

Holzhausen. Zwischen imposanten Buchen, knorrigen Linden und Eschen findet ich hin und wieder sogar das Edelgehölz Elsbeere – eine Seltenheit in Deutschland. „Gut Hohenhaus ist ein wahres Naturparadies“, erklärt Stephan Boschen, dem seit 1994 die Verwaltung der weitläufigen Anlage oberhalb des Herleshäuser Ortsteils Holzhausen obliegt.

Auf den gut 1000 Hektar Wald, die zum Gut gehören, gedeihen über zehn verschiedene Laubbaumarten. Wanderer können hier seltene Orchideenarten entdecken – oder mit viel Glück einer Wildkatze begegnen.

„Hohenhaus hat zu jeder Jahreszeit viel zu bieten“, sagt Boschen. Fasziniert sei er Jahr für Jahr wieder vom prächtigen Farbenspiel, das sich im Frühjahr und Herbst biete, wenn sich das Laub der Bäume leuchtend rot, gelb und orange einfärbe. „Am Samstag, 12. Dezember, steht aber erstmal der Erlebnis-Weihnachtsmarkt ins Haus“, so der Gutsverwalter.

Die Geschichte

Über 400 Jahre bewegte Geschichte begleiten das Gutshaus Hohenhaus: Eine kartenähnliche Zeichnung im Staatsarchiv Marburg von 1600 zeigt ein fachwerkähnliches Gebäude, das im Mittelalter als Rittergut von dem Adelsgeschlecht von Buttlar betrieben wurde. Das bis dato schlichte Herrenhaus wurde erst 1901 unter Rittmeister Rudolf von Schutzbar in ein schlossähnliches Cottage im englischen Landhausstil umgebaut.

1934 geht Hohenhaus in den Besitz des Hamburger Verlegers Richard Ganske über. Dessen Sohn, Verleger Kurt Ganske, ließ das Schloss 1959 umfassend renovieren. Der leidenschaftliche Jäger verbrachte viel Zeit auf dem Gut, wo er auch intensiven Kontakt mit den Schriftstellern seines Hauses wie Siegfried Lenz und Max Tau pflegte. Seit 2010 ist Thomas Ganske Alleineigentümer.

Die Philosophie

Verwalter Stephan Boschen legt heute größten Wert auf eine naturgemäße Waldwirtschaft: Auf Hohenhaus gibt es weder Kahlschläge, noch werden exzessiv Bäume gepflanzt. Zwei Mitarbeiter sowie Aushilfen, die saisonal eingestellt werden, pflegen das Anwesen, zu dem auch 200 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche gehören. „Besucher können die Wanderwege ganzjährig nutzen“, sagt Boschen. Allerdings ausschließlich diese – um die sensiblen Tierarten nicht zu stören. Die Jagd

Das Wild wird von Hohenhaus-Jägern auf ein waldverträgliches Maß reguliert. Das Wildbret wird dann weitestgehend selbst verwertet – etwa in der Küche des Hotels Hohenhaus oder als Spezialität auf dem Weihnachtsmarkt angeboten.

• Weitere Infos im Internet:www.gut-hohenhaus.de

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