Vorbestellungen ab sofort möglich

Herleshäuser sind Ortsgeschichte auf der Spur

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Redaktionstreffen: (von links) Marion Bauer, Helga Gogler, Helmut Schmidt und Christoph Wetterau sichten und bearbeiten neues Material für die historische Sonderveröffentlichung zur Geschichte ihres Heimatortes Herleshausen.

Herleshausen. Nach 208 Seiten, und das haben sich Marion Bauer, Helga Gogler, Christoph Wetterau und Helmut Schmidt felsenfest vorgenommen, ist Schluss: Innerhalb dieses selbstgesteckten Rahmens soll die Geschichte der Gemeinde Herleshausen aufgearbeitet werden – und zwar von der Teilung Deutschlands bis zur Wiedervereinigung im Jahr 1990.

Eine Mammutaufgabe, welche das vierköpfige Redaktionsteam, allesamt Mitglieder des Werratalvereins, vor immer neue Herausforderungen stellt.

„Unsere redaktionellen Aufgaben sind vielfältig“, sagt Helmut Schmidt. Denn aufgearbeitet werden soll die Heimatgeschichte nicht nur nach den nackten historischen Fakten, sondern vor allen Dingen anhand der menschlichen, emotionalen Momente des Lebens im Sperrgebiet.

„Zwangsausweisungen, Familienfeiern zwischen Ost und West oder die friedliche Revolution gehören unbedingt dazu“, sagt Helga Gogler. Ein Kapitel des Werkes stehe beispielsweise unter dem Arbeitstitel „Die Grenze als Tatort“: Ende der 40er-Jahre trieben laut den Recherchen der Herleshäuser Schlepperbanden ihr Unwesen. „Auch Morde gab es zuhauf“, ergänzt Helmut Schmidt.

Treffen zweimal die Woche

Das Quartett arbeitet zurzeit auf Hochtouren: Mindestens zweimal in der Woche wird ein Redaktionstreffen anberaumt. Dann werden die Texte, die freiwillige Mitschreiber aus Herleshausen und der Umgebung liefern, gesichtet, kritisch besprochen und in eine druckfähige Form gebracht. „Der Kontakt zu den Helfern, die ihre Erinnerungen zu Papier bringen, ist in der Hauptsache durch persönliche Kontakte entstanden“, sagt Christoph Wetterau. Aber auch Zeitungsarchive seien für die Recherche hinzugezogen worden – und einen Teil der Texte steuerten die Redakteure auch selbst bei.

Grundlage für das Herleshäuser Werk sei die Vortragsreihe „Die innerdeutsche Grenze im Wandel der Zeit“ des Hessisch-Thüringischen Stammtisches gewesen, erinnert sich Helmut Schmidt. Sechs der Referate hätten die Mitglieder des Werratal-Vereins im Jahr 2014 besucht und auf die dort verwendeten Manuskripte aufgebaut.

Ist der redaktionelle Teil der Sonderveröffentlichung, die nach aktuellem Sachstand den Titel „Leben im Schatten des Grenzzauns in der Region rund um Herleshausen“ tragen soll, beendet, wird sie zum Selbstkostenpreis vertrieben. „Verdienen“, sagt Marion Bauer, „wollen wir daran nichts. Es geht darum, die Geschichten aus unserer Heimat für die Nachwelt zu erhalten.“

• Vorbestellungen für das 208-seitige Werk inklusive 16 farbiger Bilderseiten im Hardcover-Einband werden ab sofort unter der E-Mail-Adresse

helmut@schmidt-hlh.de

entgegengenommen.

Von Emily Spanel

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