Schloss Augustenau

Neun Stück: Störche erobern Herleshausen

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Zum ersten Mal ins Dorf getraut: Insgesamt neun Störche besuchten am Freitagabend zum ersten Mal Herleshausen in der Dämmerung. Von Samstag auf Sonntag übernachteten sie auf Schloss Augustenau, wo Ornithologen bereits Nist-Unterlagen angebracht haben. Foto:  Mißler

Herleshausen. In Herleshausen sind die Störche los. Gleich neun Exemplare haben die Nacht von Samstag auf Sonntag auf dem Schloss Augustenau verbracht.

„Das war ein großes Spektakel, das viele Herleshäuser mit großer Freude beobachtet haben“, sagt Mario Mißler, der die Vögel auf dem Dach fotografiert hat.

Wolfram Brauneis, Stellvertretender Landesvorsitzender der Hessischen Gemeinschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) kennt die Tiere. Sie kommen aus dem benachbarten Lauchröden, wo sie seit einigen Jahren wieder nisten und brüten. „Schade, dass sie nicht auch in Herleshausen heimisch werden“, sagt Brauneis. Auf dem Dach des Schlosses wurden Nist-Unterlagen aufgebaut. „Wir haben die Hoffnung, dass sie dort irgendwann auch einmal nisten“, sagt Brauneis. Für dieses Jahr hat er die Hoffnunge aufgegeben. Die Brutzeit ist vorbei.

Im benachbarten Lauchröden und einige Kilometer weiter in Gerstungen leben rund 20 Storchenpaare mit ihren Jungen. Die Ruine Brandenburg bei Lauchröden bietet den Tieren Heimat.

Seit Wochen hat Mario Mißler Störche in den Werraauen bei Herleshausen beobachtet. Wolfram Brauneis erklärt warum: „Das Gelände um Lauchröden ist jetzt Trockengebiet. Die Vögel müssen zum Fressen in die saftigen Auen bei Herleshausen kommen.“ Das Werratal ist Thüringen größtes Storchengebiet. Im gesamten Bundesland leben nur rund 40 Paare, die Hälfte in direkter Nachbarschaft zu Herleshausen.

Von Tobias Stück

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