Auf historischen Spuren

Südringgauschule veranstaltet Projekttag zur Wiedervereinigung

Herleshausen. Wie jedes Jahr wurde an der Südringgauschule der innerdeutschen Geschichte bei einem Projekttag gedacht.

Die Klassen 5a und 5b wanderten von Herleshausen über den Siegelshof und das Gipfelkreuz entlang der Grenze nach Pferdsdorf. Die Kinder trugen sich in das Buch des Gipfelkreuzes ein und bekundeten dort ihre Dankbarkeit, sich nun frei zwischen Thüringen und Hessen bewegen zu können. Außerdem war die Gruppe beeindruckt von der wunderschönen Aussicht auf Herleshausen und Lauchröden und die vielfältige Natur des grünen Bandes. Der ehemalige Zollbeamte Bernd Rahmer wanderte mit der Gruppe und erzählte beeindruckende Geschichten über die Zeit, in der die Mauer und der Zaun noch standen. Die Klasse 6 Fö machte eine Wanderung nach Willershausen. Von ihren Lehrerinnen lernte die Klasse viel dazu, wie zum Beispiel, dass der neu gebaute Grenzübergang an der Autobahn nur acht Jahre in Betrieb war. Oberhalb von Willershausen sieht man in Richtung Creuzburg, wo der 3,2 Meter hohe Metallgitterzaun verlief.

Nach einem gelungenen Gottesdienst ging es für die Klassen 7 und 8 nach Obersuhl zum Grenzlehrpfad. Ein Führer begleitete sie über die acht Stationen des Pfades und erzählte viel Interessantes. Am Ende des Grenzlehrpfades hatten die Schüler die Möglichkeit, einen Bunker und einen Grenzturm auf ehemaligem DDR-Gebiet zu besichtigen. Dort stand auch ein Stück Grenzzaun, den die Obersuhler für die Nachwelt erhalten haben. Nach dem Abwandern der innerdeutschen Grenze ging es in das Grenzmuseum. Der Projekttag der Klassen 9 und 10 anlässlich des Jahrestages „25 Jahre Wiedervereinigung“ begann ebenfalls mit einem Gottesdienst. Anschließend schauten die Schüler in der Schule einen Film über die ehemalige Grenze in Deutschland. Schwerpunkt der Dokumentation war die Grenzabfertigung im Bereich Herleshausen - Wartha - Eisenach. Danach ging es mit dem Bus zum Ort der Grenzabfertigung auf die Raststätte „Lomo“. Ein Experte vom Werratalverein moderierte diesen Tag und organisierte die Rundführung über das alte Grenzgelände.

Für die Grundschüler begann der Projekttag mit einem Gottesdienst in der Herleshäuser Kirche. Der ehemalige Bürgermeister Helmut Schmidt zeigte den Kindern der Klassen 1, 2a und 2b viele Fotos von der Grenze und vom Tag der Grenzöffnung. Die Klassen 3 und 4 wanderten zur Lauchröder Brücke. Einige Kinder wohnen in Lauchröden und es ist schwer vorstellbar, dass genau durch die Werra einst ein Zaun gezogen war und aus Lauchröden oder anderen Orten die Menschen nicht nach Herleshausen durften. Ein Zeitzeuge beantwortete die vielen Fragen der Schüler. (red)

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