Gemeindevertretung berät Eröffnungsbilanz

Vermögen geringer als die Schulden

Herleshausen. Die Gemeinde Herleshausen hat ein negatives Eigenkapital in Höhe von 2,6 Millionen Euro - das heißt, die Schulden der Kommune sind viel höher als der Wert des Vermögens. 2,6 Millionen Euro lagen zum Stichtag der Eröffnungsbilanz - das war der 1. Januar 2009 - zwischen Vermögen und Schulden.

Die Gemeindevertretung setzte sich während ihrer Sitzung am Dienstagabend mit der Eröffnungsbilanz auseinander. Die Abgeordneten wollten auch den Prüfbericht über diese Bilanz bewerten, was allerdings nicht möglich war, weil das Gutachten noch nicht vorliegt. Seit Mitte September 2013 prüft das Revisionsamt des Werra-Meißner-Kreises die Eröffnungsbilanz. Nachdem noch verschiedene, nachgereichte Unterlagen eingearbeitet worden sind, die für die Erstellung von größerer Bedeutung waren, sollte der Bericht eigentlich Ende vergangener Woche vorliegen.

Die Negativbilanz dürfte sich, so die Einschätzung von Bürgermeister Burghard Scheld, bis Ende 2012 noch viel stärker zu ungunsten der Gemeinde entwickelt haben. Mehr Schulden und höhere Kassenkredite hätten für höhere Verbindlichkeiten gesorgt, ohne dass das Vermögen an Wert gewonnen hätte. Erst mit der Wirksamkeit des Schutzschirmvertrages 2013 könne von einer Verringerung ausgegangen werden.

Während der nächsten Sitzung der Gemeindevertretung am 25. März will Scheld den Haushaltsentwurf des Gemeindevorstandes für das laufende Jahr einbringen. Mit der Verabschiedung wird im Mai gerechnet. Das Defizit im Haushaltsjahr 2014 darf 281 000 Euro nicht überschreiten. Mit größter Anstrengung, so der Bürgermeister, werde die Vorgabe auch erreicht. Scheld: „Sparen reicht schon längst nicht mehr aus, um die vereinbarten Ziele zu erreichen, wir müssen herausstreichen.“

Der vorläufige Jahresabschluss für 2013 weist Zahlen aus, die aller Voraussicht nach dem maximal zulässigen Defizit in Höhe von 375 000 Euro gerecht werden. „Wenn wir berücksichtigen, dass wir aus dem Landesausgleichsstock einen Zuschuss in Höhe von 331 000 Euro bekommen, ist das der beste Haushalt seit Jahren“, so Scheld, der davon sprach, dass „wir im Großen und Ganzen zufrieden sind“.

Der Verwaltungschef wies darauf hin, dass die Gemeinde Herleshausen im vergangenen Jahr immerhin deutliche Einnahmeverluste hinzunehmen hatte. In der Summe zwischen 160 000 und 170 000 Euro weniger hat Herleshausen 2013 aus der Einkommen- und aus der Gewerbesteuer eingenommen.

Von Harald Sagawe

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