21 weitere Stolpersteinen in Herleshausen

Herleshausen. Dem Vergessen werden in Herleshausen Stolpersteine in den Weg gelegt: 21 weitere der frisch aufpolierten, messingglänzenden Quader erinnern seit Freitagnachmittag an die Opfer des Holocausts, die aus der Gemeinde stammen.

Verlegt worden sind sie von Aktionskünstler und Stolperstein-Initiator Gunter Demnig, der mit rund 70 Herleshäusern und ihren Gästen aus den umliegenden Gemeinden zu insgesamt fünf verschiedenen Verlegestellen zog.

„Das Thema Ausgrenzung jüdischer Schüler in Herleshausen während der NS-Zeit steht im Fokus“, sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises Stolpersteine, Helmut Schmidt, im Beisein der geladenen Gäste - unter ihnen die Stolperstein-Paten, Landrat Stefan Reuß, Landtagsabgeordneter Dieter Franz und Sparkassenvorstand Frank Nickel.

So wurden diesmal auch zwei der seltenen sogenannten Kopfsteine verlegt, die an der Lauchröder Straße an die ehemalige Synagoge Herleshausens sowie die jüdische Elementarschule der Gemeinde erinnern.

„Die Erinnerungskultur muss beibehalten und gelebt werden“, mahnte Bürgermeister Burkhard Scheld, der sein Grußwort ebenso wie Helmut Schmidt mit einer Kopfbedeckung sprach - aus tief empfundenem Respekt vor den NS-Opfern. „Wir verneigen uns vor den Inschriften und stolpern mit unseren Gedanken, um innezuhalten - und um uns klarzumachen, was nie mehr geschehen darf“, sagte Scheld.

Dem Thema des Tages entsprechend hat auch das Lehrerkollegium der Südringgauschule eine Patenschaft für einen der Stolpersteine übernommen. In ihrer Ansprache zitierte Schulleiterin Ursula Rauschenberg aus zeitgenössischen Schulchroniken; stellte heraus, dass es Mitte der 30er-Jahre zumindest Versuche des Kollegiums gegeben habe, der Ausgrenzung jüdischer Schüler entgegenzuwirken. „Jeder hat das Recht zu leben“, sagte Rauschenberg, „und zwar völlig unabhängig von der Religion“.

Es gelte, Einsamkeit und Unmenschlichkeit zu verhindern. Verinnerlicht hat das in Herleshausen schon die junge Generation: Beispielhaft trugen die Mitglieder des Jugendtreffs Second Home zum Gelingen der Gedenkveranstaltung bei; verlasen etwa die Biografien der Geehrten und legten Rosenblätter nieder.

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