Kindergartenkinder haben im Gemeindehaus Herleshausen ihren eigenen Film gedreht

Zaubern vor der Kamera

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Aufnahme läuft: Henryk (links) und Kira (rechts) lernen mit der Kamera umzugehen und filmen Eric und Anna mit zwei Handpuppen im Gemeindehaus in Herleshausen.

Herleshausen. Lily sitzt auf einem roten Stuhl vor ihren Kindergartenfreunden im Gemeindehaus in Herleshausen. „Hach, wie gern wäre ich jetzt wieder im Kindergarten“, sagt Lily, hält kurz inne und springt vom Stuhl herunter. Zur gleichen Zeit läuft die Kamera mit, die Medienpädagogin Eva Fahrenhold bedient.

Auf dem Fernsehbildschirm sieht es dann so aus, als ob Lily weggezaubert wurde. Die Jungen und Mädchen vom evangelischen Kindergarten wissen ganz genau wie dieser Trick funktioniert. Den haben sie in dieser Woche von Eva Fahrenhold gelernt. Fahrenhold hat, nach dem Lily vom Stuhl gesprungen ist, die Kamera ausgemacht und dann wieder angestellt. Genau diesen Trick haben die Kinder am Freitagvormittag in vier verschiedenen Geschichten angewendet.

Bei dem Medienprojekt, das von der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien finanziert wird, geht es auch um eine bewusstere Nutzung von Fersehen. Die meisten der 26 Kinder haben versucht zwei Tage lang auf Fernsehen zu verzichten. Auf die Frage, ob das den Kindern schwer gefallen sei, antworteten die meisten mit einem lautstarken Nein. Draußen spielen, Fahrradfahren, malen und ausruhen waren die häufigsten Antworten der Kinder, auf die Frage, was sie statt Fernsehgucken unternommen haben. „Das hat auch Einfluss auf die Familiendymnamik“, sagt Eva Fahrenhold. Die Kinder würden in der Familie selbst anregen, auf den Fernseher für ein paar Tage zu verzichten.

Kindergartenkinder drehen einen Film in Herleshausen

Auf den Dreh wurden die Kinder in dieser Woche gut vorbereitet. Fahrenhold fragte das Wissen der Kinder über Kameraführung ab, das die Jungen und Mädchen bei ihr gelernt haben. „Wie muss man stehen, wenn man eine Kamera hält?“, fragt sie in die Runde. Kira und Henryk beugen die Knie und zeigen den anderen Kindern wie die genaue Position aussieht.

Armin weiß ganz genau, welche Medien es früher gab. Das Buch fällt ihm sofort ein. Die Zeitung, das Radio, das Fernsehen und den Computer zählen die anderen Kindern direkt danach auf. Auch die Einstellungsgrößen wissen die Jungen und Mädchen wie aus der Pistole geschossen. Die Begriffe Totale und Halbnahe können sie ganz genau beschreiben.

Gestern Vormittag konnten die Kindergartenkinder dann ihr Wissen anwenden. Vier kleine Filme haben sie zusammen mit ihren Erzieherinnen und Eva Fahrenhold gedreht. In Kostümen und mit geschminkten Gesichtern spielten die Kinder ihre selbsterdachten Geschichten vor. Dabei ging es um Einhörner, Bären und einem Duftstoff, der einen plötzlich von der Bildfläche verschwinden lässt.

Bei einem Eltern-Kind-Nachmittag am 15. Mai wird der Film der Kinder gezeigt.

Von Franziska Kiele

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