Zweites Zuhause mitten im Feld

Jugendliche verwalten Treff „Second Home“ in Herleshausen selbst

Vor dem „Second Home“: (von links) Maximilian und Julian Baum sowie Johannes Aßmann vom Vereinsvorstand. Vor dem Jugendtreff befindet sich noch ein Außenbereich. Das Sofa wurde wie das restliche Mobiliar von Herleshäusern gespendet. Foto: Spanel

Herleshausen. Verantwortung zu übernehmen ist für Julian Baum, Johannes Aßmann und Maximilian Baum eine Selbstverständlichkeit. Zusammen bilden sie das Vorstandstrio des Vereins „Second Home Herleshausen“ – und verwalten das gleichnamige Jugendzentrum gemeinsam mit den Mitgliedern des erweiterten Vorstands komplett in Eigenregie.

55 junge Leute zwischen 15 und 28 Jahren gehören dem Verein an. Um die Organisation stemmen zu können, ist Durchsetzungsvermögen gefragt – denn auch bei Auseinandersetzungen mit Freunden und Gleichaltrigen müssen die Vorstandsmitglieder dafür Sorge tragen, dass die Spielregeln eingehalten werden. „Das klappt gut“, sagt der Vorsitzende Julian Baum. Wer gegen die Satzung verstoße, bekomme einen Strich – bei drei Strichen folge der Ausschluss aus dem Verein. „Das kommt aber zum Glück sehr selten vor“, sagt Baum.

Besonders stolz sind die Jugendlichen auf ihr Jugendzentrum einige hundert Meter außerhalb des Herleshäuser Ortskerns. Der von Feldern umgebene Bau wurde im Jahr 2008 neu errichtet, und zwar unter tatkräftiger Mithilfe von Eltern, Bekannten und Gönnern des „Second Home“. „Wer nicht selber mitgeholfen hat, hat etwas gespendet“, lobt Kassenwart Maximilian Baum den festen Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft.

Heute bietet das „Second Home“ Platz für bis zu fünfzig Personen; für Fußball-Übertragungen oder Filmabende steht ein großer Fernseher bereit. Geheizt werden die Räumlichkeiten mit einem Holzofen – das Brennholz für den Winter schlagen und verarbeiten die Jugendlichen im Sommer selbst.

„Die Jugendlichen behandeln diese Räume mit viel Respekt“, sagt Herleshausens Bürgermeister Burkhard Scheld. Zudem spare das verantwortungsvolle Engagement der jungen Leute der Schutzschirm-Gemeinde einen Jugendhelfer – und damit bares Geld. Mehr noch: Als eigenständiger Verein müssten sich die „Second Home“-Mitglieder an den laufenden Kosten für die Instandhaltung des Jugendzentrums beteiligen. „Das Geld verdienen wir uns zum Beispiel damit, bei Feierlichkeiten anderer örtlicher Vereine auszuhelfen“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Johannes Aßmann. Auch Mieteinnahmen könnten verrechnet werden, denn das „Second Home“ steht allen Herleshäusern für Veranstaltungen offen.

„Im Vordergrund steht trotz allem Aufwand aber immer der Spaß“, sagt Julian Baum. Das „Second Home“ habe sich als Treffpunkt für die Herleshäuser Jugend fest etabliert – und mit der guten Arbeit im Vorstand soll das auch so bleiben.

Von Emily Spanel

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