Walburger Kirchengemeinde diskutiert über Zukunft des Lutherhauses

150 000 Euro müssen her

Voller Saal: Viele Walburger kamen zur Versammlung, um sich über die Zukunft des Gemeindehauses zu informieren. Fotos:  zlr

Walburg. „Wenn uns einer aus dem Ort 150 000 Euro spendet, haben wir die Kuh vom Eis“. So machte Ortsvorsteher Lothar Franke am Dienstag in der Walburger Kirchengemeindeversammlung deutlich, wie hoch in das 35 Jahre alte Lutherhaus investiert werden müsste, wollte es die Kirchengemeinde retten.

Franke hatte damit auf den Einwand von Hartmut Gundlach reagiert, der in der Gemeindeversammlung den Eindruck gewonnen hatte, anstelle nach Lösungen zu suchen, sei das Schicksal des Hauses durch den Kirchenvorstand bereits besiegelt. Freilich hatte der im Vorfeld nach Lösungen gesucht, denn nach der Kreissynode 2012 hatte die Gebäudebedarfs-Kommission auch das Walburger Gemeindehaus unter die Lupe genommen und die Zukunftsfähigkeit des Gebäudes aufgrund der Fakten infrage gestellt.

Und die hatte Pfarrer Dirk Rehbein zu Beginn der Versammlung ohne Vorbehalte zur Sprache gebracht. Da in jedem Kirchspiel künftig nur noch ein Gemeindehaus gefördert wird, das Lutherhaus im Kirchspiel, zu dem Velmeden und Hausen gehören, nach 35 Jahren aber sanierungsbedürftig ist, zudem mit sieben Stunden in der Woche auch nur ein Drittel an Auslastung im Vergleich zum Gemeindehaus Haus in Velmeden aufweist, wird das Gebäude aus Mitteln des Kirchenkreises Witzenhausen ab 2014 nicht mehr gefördert. Davon betroffen sind nicht nur Gelder für die Sanierung, sondern auch die jährliche Zuwendung von 990 Euro für die Unterhaltung des Hauses, die etwa 3000 Euro pro Jahr ausmachen und ab 2014 von den Walburgern allein ge-stemmt werden müssten.

Der Lösungsvorschlag des Kirchenvorstandes, der mit dem Ortsbeirat ausgearbeitet wurde, sieht vor, das Lutherhaus in seiner bisherigen Funktion aufzugeben und zur Abdeckung der kirchlichen Arbeit in der Gemeinde einen Kooperationsvertrag mit der Stadt zur Mitbenutzung des Dorfgemeinschaftshauses abzuschließen. Zudem sieht das Konzept vor, die hinteren Bankreihen im Zuge der Kirchensanierung mit dem zweiten Bauabschnitt mobil einzurichten, sodass im Bedarfsfall dort bis zu 50 Personen Platz an Tischen und Stühlen finden könnten. Auch an eine kleine Teeküche ist gedacht. In einem kleinen Nebengebäude sollen Tische und Stühle deponiert sowie die Toiletten eingerichtet werden.

Das ungenutzte Lutherhaus könnte zum Pfarrhaus für eine fünfköpfige Familie umgebaut werden, was nach ersten Schätzungen des Ingenieurbüros etwa 350 000 Euro kosten würde. Die dringend erforderliche Sanierung des derzeitigen Pfarrhauses wird wegen der zu erwartenden Kosten nicht als sinnvoll erachtet.

Einem zukunftsfähigen Umbau des Lutherhauses räumte auch Dekanin Ulrike Laakmann große Chancen ein. Damit die Veranstaltung ihren Sinn gehabt hätte, bat sie die Gemeindemitglieder, nachdem sich keine weiteren Lösungen herauskristallisiert hatten, zu überprüfen, ob man den Vorstellungen des Kirchenvorstandes zustimmen könne. (zlr)

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