Ab 2018: Herberge auf Burg Ludwigstein soll für eine Million Euro saniert werden

Burg Ludwigstein. Die Wappenburg des Werra-Meißner-Kreises soll 2018 saniert werden - für eine Million Euro. Das teilte Burgbetriebsleiter Selmar Sechtling jetzt auf Anfrage mit.

Demnach soll vor allem der Herbergsbetrieb auf Burg Ludwigstein komplett modernisiert werden. Die letzte Sanierung der Kernburg und des Meißnerbaus sei bereits über 30 Jahre her.

Weil dieser Bereich von den jährlich 16 000 Gästen besonders stark genutzt werde, sollen alle Sanitäreinrichtungen, Bäder und Toiletten modernisiert werden, sagt Sechtling. Auch die Küche muss modernisiert werden, um neuen Hygienebestimmungen zu genügen und energiesparender zu arbeiten. Konzipiert wurde sie Ende der 1980er Jahre für 150 Essen am Tag, jetzt werden bis zu 400 Portionen produziert. Die Möbel in Speisesaal und Rittersaal sollen erneuert und ein neuer Empfangsbereich am Burgbüro geschaffen werden, damit man mehrere Gruppen betreuen kann.

Weil die Kosten von über einer Million Euro für den Eigentümer des 600 Jahre alten Gemäuers, die Stiftung Jugendburg Ludwigstein, allein nicht zu stemmen sind, sollen Fördermittel beantragt weden. Nach einem Besuch von Vertretern des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration auf der Burg im August ist Sechtling zuversichtlich, dass dem Förderantrag stattgegeben werden wird. Dann würden Bund, Land und Stiftung die Kosten zu je einem Drittel tragen.

„Die Stiftung hat aber wenig liquide Mittel, ihr Kapital ist die Burg und der Herbergsbetrieb“, sagt Sechtling. Deshalb hoffe man auch auf Spenden, Zustiftungen und Zuschüsse. Die Arbeiten müssen bei laufendem Herbergsbetrieb erfolgen, da man auf die Einnahmen nicht verzichten könne. Anders als beim Enno-Narten-Bau, der 2012 in Eigenleistung errichtet wurde, können die Jugendbünde dieses Mal bei den technisch anspruchsvollen Sanierungen kaum Geld sparen helfen. „Wir können höchstens beim Rückbau helfen.“

Auch das Hallenbad mit Sauna wird modernisiert, sagt Selmar Sechtling. „Das Bad wollen wir auf jeden Fall erhalten, denn es ist ein Alleinstellungsmerkmal für die Burg.“ Allerdings befindet sich das Bad noch im Originalzustand der 1960er Jahre. Damals musste ein Löschwasservorrat angelegt werden, um im Brandfall die Zeit zu überbrücken, bis die Feuerwehr über Schlauchleitungen Wasser aus der Werra pumpen kann. „Da hat man aus der Not eine Tugend gemacht und gleich ein Schwimmbad gebaut.“

Die Burg verfügt über 180 Betten in Mehrbettzimmern, die sich jeweils auf Fluren Duschen und WCs teilen. 33.000 bis 35.000 Übernachtungen gibt es pro Jahr. (fst)

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