Bauvorhaben am Stadtrand steht in der Kritik

Anlieger in Allendorf sind gegen Reithalle

Die Absicht eines Privatmannes, an der Rothesteinstraße in Allendorf eine Reit- und Therapiehalle zu errichten, stößt bei Anliegern im Wohngebiet am Klausberg auf Widerstand.

Rund 40 Hauseigentümer und Mieter haben sich mit Einwendungen gegen das Bauvorhaben an der Ecke zur Straße Zum Altenstein gegenüber dem Seniorenheim Nettling und dem Freibad-Parkplatz gewandt.

„Wir befürchten, dass der Bereich Ringstraße, Rothesteinstraße und der gesamte Bereich Klausberg bis zur Klausbergstraße“ durch Pferdegeruch und Krach sowie in der warmen Jahreszeit durch Fliegenplagen belästigt wird. Wegen Gestanks und Fliegen könnten auch Badegäste dem Schwimmbad fern bleiben.

Ferner werfen die Anlieger um Sprecher Heinrich Schellhase ein erhöhtes Verkehrsaufkommen als Argument gegen die Anlage ins Feld.

Anstelle des geplanten Standortes direkt neben dem Wohngebiet schlagen die Anwohner, die zudem eine Wertminderung ihrer Immobilien befürchten, als Alternative für die Reithalle das Industrie-Mischgebiet Auf dem Steineckel in Sooden vor.

Gerd Kniese, der Geschäftsführer des Seniorenzentrums Nettling, kann die Aufregung über sein Bauvorhaben nicht nachvollziehen: „Wo keine Pferdehaltung stattfindet, gibt es keine Miste“, sagt er. In der Folge auch weder Gestank noch Fliegen. Es handele sich um eine geschlossene Halle auf einer Fläche von 20 mal 40 Metern. Aus dieser würden sogar die Exkremente der Tiere in einem geschlossenen Container abgefahren.

Kritisiert wird durch Anwohner zudem, dass niemand vorher gefragt worden sei. Erst im Frühjahr sei man durch eine Kleinanzeige auf das Projekt aufmerksam geworden. Allerdings: Der erste Antrag wurde schon vor zweieinhalb Jahren gestellt, mehrfach befasste sich das Stadtparlament öffentlich mit dem Bebauungsplan „Reithalle am Klausberg“. Da war sogar schon von Auflagen wie geschlossene Bauweise und Ausschluss einer festen Stelle für Dung die Rede.

Dennoch sprach Stadtrat Gustav Nolte (Grüne) bei einem kurzfristig organisierten Termin Ende voriger Woche, zu dem die Anwohner auch Gerd Kniese eingeladen hatten und mit dem heftig diskutiert wurde, von „einem Problem“. Und es klang wie ein Eingeständnis: „Über die Folgen haben wir uns wenig Gedanken gemacht,“ meinte er mit „wir“ die Kommunalpolitiker der Stadt. Wobei: Zu den Unterzeichnern der Einwendung gehört auch die Stadtverordnetenvorsteherin Silvia Börner.

Entspannung durch mehr Klarheit in der Sache könnte es schon heute Abend geben: Für 20 Uhr hat die Bauverwaltung der Stadt zu einer Informations-Veranstaltung ins Hochzeitshaus eingeladen.

Zudem muss der Bebauungsplan noch von den Stadtverordneten abgesegnet werden.

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