Ständig Lärm durch Bohren

Arbeiten im Autobahn-Tunnel Küchen erreichen Meilenstein für die Mineure

Arbeiten im Tunnel: Seit Februar 2013 sind etwa 90 Mineure rund um die Uhr damit beschäftigt, zwei Röhren unter dem Hessisch Lichtenauer Stadtteil Küchen hindurch zu treiben. Archivfoto: Shuhaiber

Küchen. Für die Tunnelbauer war es ein Meilenstein bei der Herstellung des Autobahntunnels zwischen den Anschlussstellen Hessisch-Lichtenau Ost und Hasselbach.

Die Öffentlichkeit wurde darüber nicht informiert. Am 13. August feierten die Mineure den Durchschlag der 1372 Meter langen Nordröhre unter dem Dorf Küchen, nach dem der Tunnel auch benannt ist.

Die Mitarbeiter der Firmen Marti (Stuttgart) und Johann Bunte Bauunternehmung (Papenburg) hätten am 13. August zusammen mit Vertretern von Hessen Mobil und der Bauüberwachung gespannt auf den „letzten“ Baggerbiss gewartet, bevor das Tageslicht an der Westseite in den Tunnel schien. So wird von der Marti GmbH Deutschland berichtet. 18 Monate intensiver Vortriebsarbeit und einige geologische Überraschungen wären dem Durchschlag vorausgegangen.

Seit der Anschlagfeier Mitte Februar wird dieses Projekt rund um die Uhr von insgesamt rund 90 Mineuren umgesetzt. Bei der Südröhre des zweiröhrigen Tunnels müssten noch rund 200 Meter bewältigt werden, erläuterte Pressesprecher Horst Sinemus von Hessen Mobil gestern auf Anfrage.

Am Dienstag dieser Woche folgte nun auch noch eine Durchschlag-Feier mit der Tunnelpatin Irmgard Braun-Lübcke, der Ehefrau des Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke (CDU). Dazu sei der Westausgang der Nordröhre noch einmal präpariert worden, berichtete einer der wenigen Gäste. Zu denen zählten nach Informationen der HNA neben der Tunnelpatin und ihrem Mann auch Hessisch Lichtenaus Bürgermeister Jürgen Herwig und die Ortsvorsteher von Küchen und Hasselbach, Rainer Schaar und Karl-Bernhard Wennemuth.

Ständig Lärm durch Bohren 

Mittlerweile sei der Solschalwagen schon aufgebaut, gab Simenus gestern den neuesten Stand der Dinge weiter. Damit könne mit der Betonierung der Nordröhre begonnen werden. Und der Durchstich der Südröhre werde Ende September, Anfang Oktober erwartet.

Hoffnung darauf, dass es danach für die Bewohner Küchens ruhiger wird, bestehe aber weiterhin nicht. Wie Ortsvorsteher Schaar sagte, klagten die Anlieger unter deren Häusern und Grundstücken der Tunnel verläuft, über ständigen Lärm durch das dauerhafte Bohren. Dies ließe viele nachts nicht zum Schlafen kommen. Die lauten Sprengungen seien zwar durch das Bohren ersetzt worden, doch das sei unangenehmer als das Sprengen hin und wieder.

Unter seinem Grundstück, so erläuterte Rainer Schaar, sei bislang auch nur die Wölbung des Tunnels hergestellt, doch die Masse bis zur künftigen Fahrbahn müsse noch entfernt werden. Mit Ruhe rechnet er erst in etwa einem Jahr. Hintergrund oben links

Von Stefan Forbert

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