Barfuß von Hamburg an den Bodensee - Stopp in Hebenshausen

Zu Fuß durch ganz Deutschland: Barfußwanderer Frank Jester durchquerte auch den Werra-Meißner-Kreis. Foto: Schröter

Hebenshausen. „Weichei Mensch“ steht in großen Buchstaben auf Frank Jesters leuchtend rotem T-Shirt geschrieben. Zwei Worte, die auf ganz viele Menschen tatsächlich zutreffen mögen. Auf ihn selbst aber definitiv nicht. Frank Jester ist nämlich gerade dabei, Deutschland von Nord nach Süd zu durchqueren. Ohne Gepäck auf Schusters Rappen. Und nicht nur das: Der 47-Jährige will barfuß von Hamburg bis an den Bodensee gehen. Dabei machte er jetzt Station in Hebenshausen.

„Ich stelle mir oft die Frage, ob man dies oder das eigentlich machen kann“, sagt der Arzt und Zahnarzt aus dem niedersächsischen Hilgermissen. „Wenn ich dann meine, dass das geht, dann mache ich es einfach.“ Das war so bei seinen Fahrrad-Touren nach Marokko, zum Nordkap, nach Neu Delhi oder nur mal rund um die Ostsee. Und jetzt eben auch bei seiner Barfußwanderung quer durch Deutschland. In 29 Tagen will Jester mehr als 1,5 Millionen Schritte machen, über 800 Kilometer zurücklegen und dabei fünf Bundesländer durchqueren. Ein Vorhaben, das ihn ins Guinessbuch der Rekorde bringen könnte, wo er mit dem kleinsten Buddelschiff der Welt schon einmal vertreten ist.

„Mich reizt die Herausforderung“, sagt Frank Jester, während er sich die geschundenen Füße einreibt. Sein unter dem Motto „Mehr Bewegung für mehr Geh-sundheit!“ stehender Marsch soll aber auch ein Motivationskick für andere sein, sich mehr zu bewegen und den Sitz-Marathon im Fernsehsessel oder vor dem Rechnerbildschirm gegen einen ausgedehnten Spaziergang einzutauschen. „Außerdem will ich zeigen, dass wir Menschen doch nicht die Weicheier sind, zu denen uns Autos, Automaten, Medienkonsum und mancher Nachbar degradieren wollen.“

Für dieses Ziel nimmt Jester unglaubliche Strapazen auf sich. „Vorgestern wollte ich schon aufgeben“, sagt er. Da habe er kilometerweit auf Rollsplitt laufen müssen und sich mehrere kleine, aber sehr schmerzhafte Verletzungen in den Füßen zugezogen. Dann habe er aber auf die Zähne gebissen und sei weitergegangen. Und inzwischen sind die Wunden auch schon fast wieder verheilt.

Was Jester auf seiner Tour besonders genießt, „sind die Begegnungen mit den Menschen und die vielen tollen Gespräche“. Was ihm am Werra-Meißer-Kreis besonders gefallen habe, seien die Straßen. „Das ist mit Abstand die sauberste Gegend, durch die ich bislang gekommen bin“, sagt er. Außerdem habe er kurz vor seiner nächtlichen Ankunft im Gasthaus Waldmann, das ihm wie alle anderen Hotels auf seiner Route kostenlos ein Zimmer zur Verfügung gestellt hat, einen besonderen Geruch wahrgenommen. „Ich weiß nicht, was es war, aber es roch sehr gut“, sagt Jester.

www.barfussdeutschland.de

Von Per Schröter

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