Modernisierung des Bahnhofs brächte Neu-Eichenberg hohe finanzielle Belastungen

Barrierefreiheit kostet

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Leichter zum Bahnsteig: Die Zugänge sollen in Eichenberg barrierefrei gestaltet werden.

Neu-Eichenberg. Wie teuer wird die geplante Sanierung des Bahnhofsgeländes Eichenberg für die Gemeinde Neu-Eichenberg? Diese Frage stand am Montagabend während der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der Gemeindevertretung im Mittelpunkt des Interesses.

Nachdem ein Vertreter der zuständigen DB Station und Service AG bei einem Ortstermin im Juni erklärt hatte, dass knapp zehn Millionen Euro in die Modernisierung der Bahnsteige und der Zugänge dorthin investiert werden sollen, hatte Bürgermeisterin Ilona Rohde-Erfurth (SPD) während der jüngsten Gemeindevertretersitzung zur Überraschung aller von einer anstehenden Kostenbeteiligung der Gemeinde berichtet. Diese sollte sich nach ersten Informationen auf rund 550 000 Euro belaufen und hatte große Empörung hervorgerufen.

Bei der Ausschusssitzung am Montag standen wieder Vertreter der Deutschen Bahn (DB) und des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV) Rede und Antwort. Dabei erläuterten sie unter anderem die Rahmenvereinbarung Hessen. Diese wurde 2011 zwischen dem Land, den Verkehrsverbünden und der Bahn geschlossen, hat eine Laufzeit von acht Jahren und die Modernisierung von Bahnhofsanlagen zum Ziel. „Laut dieser Vereinbarung sind das Land und die Kommunen für den barrierefreien Ausbau der Bahnhöfe zuständig“, erklärte Anette Blumberg vom NVV. Von den Kosten trage das Land rund 80 Prozent, die Kommune die übrigen 20 Prozent. Im konkreten Fall blieben demnach Planungs- und Baukosten in besagter Höhe von rund 550 000 Euro bei der Gemeinde hängen. Diese Kosten könnten jedoch deutlich sinken. Zum einen hat der Werra-Meißner-Kreis signalisiert, 25 Prozent des Gemeindeanteils (immerhin 105 000 Euro) zu übernehmen. Dies muss jedoch erst noch vom Kreistag beschlossen werden.

Ratenzahlung möglich

Zum anderen erklärte sich der NVV bereit, den Löwenanteil der Planungskosten zu übernehmen. Nach jetziger Planung kämen somit Kosten in Höhe von rund 400 000 Euro auf die Gemeinde zu, die in fünf Raten zu je 80 000 Euro abzuzahlen wären.

„Für die Kommunen besteht kein Zwang und keine Verpflichtung, sich an der Modernisierung ihres Bahnhofs zu beteiligen“, betonte Blumberg. „Wenn die Gemeinde Neu-Eichenberg eine Beteiligung ablehnt, dann rutscht der Bahnhof in der Prioritätenliste erstmal ganz nach hinten“, so Blumberg weiter. Da die Rahmenvereinbarung Hessen nur eine Laufzeit von acht Jahren habe, sei dann mit einer Modernisierung wohl kaum noch zu rechnen. (per)

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