40 Jahre im Dienst und fast nie gefehlt

Leiter Bernd Funk verlässt nach 40 Jahren die Beruflichen Schulen

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Vor dem Ruhestand: Nach 40 Jahren verlässt Bernd Funk jetzt als Pensionär die Beruflichen Schulen Witzenhausen, die er seit 1999 geleitet hat.

Witzenhausen. Seit 17 Jahren ist Bernd Funk Chef der Beruflichen Schulen Witzenhausen, an die er bereits 1976 als Referendar kam. Am Mittwoch wird er in den Ruhestand verabschiedet. Im Interview zieht Funk Bilanz.

Herr Funk, Sie gehen sicherlich mit einem weinenden und einem lachenden Auge? 

Bernd Funk: Das ist so. Das weinende Auge ist, dass ich immer gerne gearbeitet habe. Das sieht man auch daran, dass ich schon 40 Jahre im Dienst bin und in dieser Zeit fast nie gefehlt habe. Ich habe auch immer gern Schulentwicklung mit vorangetrieben. Wenn man aus diesen Prozessen herausgehen muss, ist das schon schade.

Und das lachende Auge?

Funk: Nach so vielen Jahren verantwortlicher Tätigkeit ist es auch schön, wieder etwas loszulassen. Und ich freue mich darauf, dass ich mein Leben jetzt anders, freier und leichter gestalten kann.

Was steht denn im kommenden Lebensabschnitt als erstes auf der Liste, wofür war bislang wenig oder gar keine Zeit? 

Funk: Große neue Aufgaben will ich zunächst nicht übernehmen, nur ein paar kleinere ehrenamtliche.

Welche zum Beispiel? 

Funk: Ich wollte mich beispielsweise der Gruppe Senior-Experts anschließen. Da kann man im Rahmen einer bundesweit tätigen Stiftung in den Bereichen, in denen man früher gearbeitet hat, beratend helfend zur Seite stehen - im Inland und im Ausland. Außerdem bin ich in einigen Gruppen und Vereinen organisiert, in denen ich mich stärker einbringen will. Und ich will wieder mehr Sport treiben.

Was waren die Höhepunkte Ihrer Tätigkeit an den Beruflichen Schulen? 

Funk: Auch als Schulleiter war ich immer noch auch als Tutor tätig. Es hat mir immer großen Spaß gemacht. Ich habe viele Projekte mit Schülern gemacht, Austauschprojekte, schöne Studienreisen. Da habe ich mich immer voll reingekniet.

Und das Herausragende für den Schulleiter? 

Funk: Das war der Modellversuch „Selbstverantwortung plus“. Es ist nach wie vor meine große Vorstellung, dass Schule so weit wie möglich selbstständig arbeiten sollte. In dem Rahmen haben wir sehr viel hier an der Schule umgesetzt. Die Modellprojekt-Arbeit ging über viele Jahre und mündete jetzt darin, dass wir eine selbstständige Schule sind. Das bedeutet, wir beschäftigen viel nichtpädagogisches Personal - in der Bibliothek und in der Cafeteria zum Beispiel, auch Hilfskräfte. Wir haben sogar teilweise eigene Auszubildende gehabt.

Und worauf sind Sie besonders stolz? 

Funk: Dass wir zurzeit zu 100 Prozent mit Lehrern besetzt sind und in den vergangenen Jahren auch aufgrund der Offenheit der Schule immer viele Bewerbungen vorliegen hatten und so in allen Fächern Lehrkräfte haben - und auch sehr gute einstellen konnten. Stolz bin ich auch darauf, was uns baulich gelungen ist: die Lehr- und Schul-Bibliothek, die moderne Cafeteria und gerade auch das richtungsweisende Oberstufen-Gebäude, in dem die transparenten Lehrprozesse ermöglicht werden. Das ist europaweit bekannt geworden und wird ständig von Besuchergruppen angeschaut.

Was hätten Sie gern noch zu Ende gebracht oder angestoßen? 

Funk: Es wäre schön gewesen, wenn das neue naturwissenschaftliche Zentrum, das wir auch in die Wege leiten konnten, schon fertig geworden wäre. Es steht schon im Rohbau, aber die Bauzeit hat sich um zwei Jahre verzögert.

Und angestoßen? 

Funk: Zwei neue Schulformen, die wir im vorigen Jahr schon mal beantragt haben, aber noch nicht genehmigt wurden. Das eine ist der Ausbau des Beruflichen Gymnasiums um eine weitere Fachrichtung. Außerdem sollte der Bereich Sozialpädagogik erweitert werden.

Wer übernimmt künftig Ihre Aufgaben? 

Funk: Das ist Elisabeth Franz, die bis jetzt Leiterin des Beruflichen Gymnasiums, der Fachschule für Sozialpädagogik und der zweijährigen Berufsfachschule Sozialassistenz ist. Sie wird am 2. Februar in ihr neues Amt eingeführt.

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