Betriebsgenehmigung verweigert: Aus für ambulante Jugendpsychiatrie in Witzenhausen

Witzenhausen. Die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Witzenhausen wird definitiv zum 30. September dieses Jahres schließen. Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KV) hatte eine Verlängerung der Betriebsgenehmigung der Ambulanz stets mit der Begründung abgelehnt, dass laut aktueller Sozialrechtsprechung solche Einrichtungen nur als Institute und nicht als Zweigstellen betrieben werden dürfen.

Betreiber der Ambulanz, die Vitos Kurhessen, eine Tochter des Landeswohlfahrtsverbandes, hatte eine Verlängerung der Betriebserlaubnis bei der KV erfolglos beantragt. Nach der Ablehnung hat sich Vitos offenbar entschlossen, gegen die Entscheidung der KV keine rechtlichen Schritte einzuleiten.

„Wir bedauern die Schließung der Ambulanz außerordentlich und hätten uns gewünscht, dass Vitos den Rechtsweg beschreitet“, so Landrat Stefan Reuß, der sich auf politischen Weg stark für den Erhalt der Psychiatrie-Ambulanz eingesetzt hatte. „Wir sind hier leider handlungsunfähig, da wir nicht Herr des Verfahrens sind“, sagte der Landrat.

Die rund 800 Patienten werden künftig nach Eschwege zu Behandlung müssen. Die Mitarbeiter der Witzenhäuser Ambulanz werden allerdings auch in die Kreisstadt wechseln. Das bedeute auch, dass die baulichen Bedingungen in Eschwege sich deutlich verbessern müssten.

Von Stefanie Salzmann

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