Firma leitet bis zu 3000 Liter über Kanal in Fluss

Bohrschlamm lief in die Losse

Hessisch Lichtenau. Mehrere tausend Liter Bohrschlamm sind am Dienstag in Hessisch Lichtenau über einen Regenwasserkanal in die Losse gelangt. Die Polizei ermittelt gegen eine Tiefbohrfirma aus Thüringen, die auf einer Baustelle an der Günsteröder Straße tätig ist und für die Gewässerverunreinigung verantwortlich sein soll.

Aufmerksame Anwohner hatten die Behörden benachrichtigt, weil sie gegen 17 Uhr beobachtet hatten, dass die sonst klare Losse hellgrau verfärbt gewesen sei. Nach Einschätzung der Polizei dürfte der Fluss auch im weiteren Verlauf verfärbt gewesen sein.

Die Thüringer Firma habe auf der Baustelle eine etwa 100 Meter tiefe Bohrung für eine Geothermieanlage gesetzt. Dabei sei bohrschlammhaltiges Abwasser in einen Regenwasserkanal geleitet worden, der am Kreuzrasen als offenes Gewässer weiterläuft und dann in die Losse fließt.

Nach Angaben der Firma seien etwa 2000 bis 3000 Liter des Schlamms im Kanal gelandet. Überprüfen könne die Polizei dies nicht, hieß es.

Giftige Stoffe seien in dem Schlamm wohl nicht enthalten. Allerdings führe der hohe Anteil an Sedimenten zu Problemen für Lebewesen in der Losse. Es sei nicht auszuschließen, dass dadurch Fische verenden könnten. Erkenntnisse über ein größeres Fischsterben seien bisher jedoch nicht bekannt, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage. (clm)

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