Brunnenfest-Finale: Eine Demonstration der Einigkeit

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Vor dem Kirchgang: Sole und Salz werden zur Segnung übergeben: Bürgermeister Frank Hix (von links), die 13-jährigen Konfirmanden Marvin und Daniel und Salzträger Uwe Friederich; dahinter die Pfarrer Dr. Daniel Bormuth (von links), Thomas Schanze und Hubertus Spill.

Bad Sooden-Allendorf. Zu einer Demonstration der Einigkeit wurde am Pfingstmontag das große Finale des Brunnenfestes in Bad Sooden-Allendorf.

Umrahmte den Festakt: der Männerchor Bad Sooden-Allendorf unter der Leitung von Walter Brill.

Das wird seit mehr als 400 Jahren als Dank für Salz und Solequellen zwar in Sooden gefeiert, wie umgekehrt das Erntefest in Allendorf, aber „es ist ein Fest für die gesamte Stadt“, unterstrich unter lebhaftem Applaus der Vorsitzende des Brunnenfestausschusses, Theo Horchelhahn, während des Festaktes im voll besetzten Kultur- und Kongresszentrum.

Einigkeit hatten zuvor schon die Vereine der Stadt demonstriert, die unter den Klängen des örtlichen Spielmannszuges der Feuerwehr und der Festkapelle aus Eltmannshausen gemeinsam in die Marien-Kirche gezogen waren. Den liturgischen Teil des Festgottesdienstes bestritten dort alle drei evangelischen Pfarrer aus Bad Sooden-Allendorf. Der Einigkeit nicht genug: Kirchgang, Festgottesdienst und Festakt wurden auch durch die 34-köpfige Delegation der polnischen Partnerstadt Krynica-Zdrój bereichert.

In seiner Festansprache ging Horchelhahn auch auf die schwierige finanzielle Situation der Stadt ein. Damit müsse man wohl leben. Betroffen mache ihn aber zu hören, dass aus der Sicht der Stadt bei Brunnenfest, Erntefest und Märchenwoche „eine sechsstellige Summe“ eingespart werden könne. Wer in diesen traditionsreichen Veranstaltungen ein solches Sparpotenzial sehe, dem müssten auch mal die mehr 2000 freiwilligen Arbeitsstunden entgegengehalten werden, die allein der Brunnfestausschuss Jahr für Jahr investiere.

Bürgermeister Frank Hix erwiderte in seinem Grußwort, der Pleitegeier entferne sich langsam von Bad Sooden-Allendorf, nachdem die Stadt soeben erst 40 Millionen Euro vom Land erhalten habe, weil sie ein umfassendes Paket zum Schuldenabbau geschnürt habe. Man habe alles getan, um die Stadt in eine gute Zukunft zu führen. Aber nur gemeinsam werde man das Ziel erreichen.

Mit klingendem Spiel durchs Kurviertel: der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Bad Sooden-Allendorf.

Hix, der die polnischen Freunde besonders willkommen hieß, dankte seinem Amtsvorgänger Ronald Gundlach, der die Partnerschaft vor fünf Jahren angebahnt hatte. Dass die Städte in der Krise zueinander gefunden hätten, bestätige nur das Sprichwort, dass man Freunde erst in der Not erkenne.

Sein polnischer Amtskollege Dariusz Resko zeigte sich erfreut über die gute Entwicklung der Partnerschaft. Viel wichtiger aber als die Kontakte auf offizieller Ebene seien die familiären und menschlichen Bindungen.

Musikalisch umrahmten der Männerchor Bad Sooden-Allendorf und der Feuerwehr-Musikzug aus Eltmannshausen den Festakt, ehe den Teilnehmern das Soodener „Nationalgericht“ Schippel und Sülze serviert wurde. (zcc)

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