Eon buchte lange nicht ab: Hausbesitzer sollte 4656 Euro nachzahlen

Großalmerode. Hausbesitzer Jörg Kugler staunte nicht schlecht, als am 24. April dieses Jahres eine Gasrechnung über 4656 Euro ins Haus flatterte. Dem Schreiben nach hatte er zwei Jahre lang kein Gas bezahlt.

 "Auf Anfrage hatte mir die Eon mitgeteilt, dass meine Daten bei einem Computerabsturz verloren gegangen sind", erzählt Kugler. Der Energieversorger habe zwar monatlich Beträge von seinem Konto abgebucht. Wie sich im Nachhinein herausstellte, waren es lediglich Stromkosten. Dies sei ihm beim Prüfen seiner Abbuchungen nicht aufgefallen, räumte der Hausbesitzer ein.

Für Kugler sei die Forderung eine enorme Belastung: "Ich habe meinen Bausparvertrag gekündigt, um die Rechnung begleichen zu können. Dies sei am 26. Juni geschehen. Bis zu diesem Zeitpunkt habe er etliche Male mit verschiedenen Mitarbeitern im Service-Center telefoniert. Dabei sei ihm versichert worden, dass sich ein Mitarbeiter melden werde, um ihm eine Ratenzahlung zu ermöglichen. "Auf diesen Anruf warte ich bis heute", sagt Kugler.

Mahnungen statt Rückmeldung

Stattdessen habe er wieder Mahnungen erhalten. Auch nachdem er den Betrag beglichen hatte. "Die Eon hat am 2. Juli versucht, 2395 Euro von meinem Konto abzubuchen, obwohl ich die Rechnung bezahlt hatte", sagt er. Einen Tag später habe er wieder eine Mahnung bekommen in der auch 9,70 Euro für die Fehlbuchung aufgelistet waren. "Nach langem Hin und Her habe ich am 6. Juli endlich eine Bestätigung bekommen, dass die Rechnung beglichen ist", sagt Kugler.

Der Hausbesitzer ärgert sich über das Vorgehen des Energieversorgers. "Mir wurde sogar gedroht, das Gas abzustellen". Ihm sei aufgelistet worden, welche Kosten dabei für ihn entstehen: "Ich hätte 53 Euro für die Dienstleistung, 75,90 für die Sperrung und 79,25 für den Wiederanschluss bezahlen sollen", sagt er. Darüber hinaus hätte er die Kosten für den örtlichen Netzbetreiber übernehmen müssen, sei ihm mitgeteilt worden.

Systemumstellung als Begründung

Warum Jörg Kugler zwei Jahre lang auf eine Abrechnung warten musste, erklärt Eon-Sprecher René Schneider folgendermaßen: "Bei Eon Mitte Vertrieb wurde eine groß angelegte IT-Systemumstellung umgesetzt. Wir haben eine neue Software für die Betreuung und Abrechnung unserer Kunden im Strom- und Erdgasbereich eingeführt." Damit erfülle die Eon unter anderem die gesetzlichen Vorgaben zur Entflechtung von Vertriebs- und Netzaktivitäten.

Aufgrund des technisch und organisatorisch sehr anspruchsvollen Systemwechsels sei es in Einzelfällen zu Verzögerungen bei der Versendung der Jahres- oder Schlussrechnungen kommen. Davon sei leider auch Jörg Kugler betroffen gewesen. Die Eon habe dem Kunden eine kleine Entschädigung für die Unannehmlichkeiten zukommen lassen.

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