Anästhesist blieb in schwieriger Zeit an Bord

Chefarzt Dr. Boruta geht erst mit 70

Dr. Andreas

Witzenhausen. Dr. Andreas Boruta, Chefarzt der Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin am Krankenhaus in Witzenhausen, wurde jetzt von Landrat Stefan Reuß, Bürgermeisterin Angela Fischer, Klinikum-Geschäftsführer Christoph Maier, seinen Kollegen, niedergelassenen Ärzten und Wegbegleitern nach 26-jähriger Tätigkeit für das Krankenhaus in den Ruhestand verabschiedet.

Vor über 30 Jahren kam Dr. Andreas Boruta noch im Kalten Krieg als Flüchtling aus seinem Heimatland Polen nach Deutschland. Er musste seine Weiterbildung zum Anästhesisten in Deutschland wiederholen und als Assistenzarzt von vorne beginnen. Dieser persönliche Aufwand war notwendig, weil akademische Abschlüsse und Weiterbildungsabschlüsse damals über den Eisernen Vorhang hinweg von der jeweils anderen Seite nur in Teilen anerkannt wurde. Diese Herausforderung meisterte Boruta im Alter von immerhin schon 40 Jahren.

Die Klinikums-Leitung lernte den Jubilar vor gut fünf Jahren als einen der Chefärzte kennen, der sich nicht beklagte, sondern auch in schwierigsten Situationen in seinem Verantwortungsbereich nach Lösungen suchte und damit auch Verantwortung für die Zukunft des Krankenhauses Witzenhausen übernahm. Bemerkenswert ist dies auch deshalb, heißt es in einer Pressemittilung der Gesundheits-Holding Werra-Meißner, weil Dr. Boruta bereits 2007 nach Erreichen seines 65. Lebensjahres weiterhin zur Verfügung stand, obwohl oder auch gerade weil das Krankenhaus Witzenhausen vor großen Herausforderungen stand.

Boruta, der inzwischen längst ein „alter Witzenhäuser“ ist, will sich nun einen Traum erfüllen. Über eine Zwischenstation auf den Philippinen, wo er sich als Großmeister seiner Kampfsportart Balintawak widmen wird, reist er weiter zu einem mehrmonatigen Aufenthalt in Australien. So war es auch nicht verwunderlich, dass viele der Abschiedsgeschenke ihn auf dieser Reise begleiten sollen. (sff)

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