Trotz Behinderung gut in Betrieb integriert

Daniel Krause: Autoaufbereiter und Hauptperson eines Inklusionsprojektes

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Daniel Krause: Autoaufbereiter und Hauptperson eines Inklusionsprojektes der Werraland Werkstätten und Autohaus Stöber in Bad Sooden-Allendorf.

Bad Sooden-Allendorf. Daniel Krause lässt die Poliermaschine über den dunklen Lack rotieren. Die Motorhaube glänzt und wirft das Spiegelbild zurück. Der 22-Jährige ist erst zufrieden, wenn auch die letzte matte Stelle verschwunden ist. Daniel Krause arbeitet in der Fahrzeugaufbereitung.

Seit zweieinhalb Jahren ist er beim Autohaus Stöber in Bad Sooden-Allendorf beschäftigt. Er ist längst in das Unternehmen integriert und unterscheidet sich doch von seinen Arbeitskollegen. Daniel Krause ist behindert und die Hauptperson eines gemeinsamen Inklusionsprojektes mit den Werraland Werkstätten in Eschwege. Der junge Mann hat einen festen Arbeitsplatz, ist Teil eines Betriebes und genießt trotzdem den sozialen Schutz der Behinderteneinrichtung. Für Unternehmerin Andrea Stöber hat das Engagement etwas mit sozialer Verantwortung zu tun, aber nicht nur. Die Firma profitiere auch von Daniels Besonderheit. „Sie können ein solches Projekt aber nur beginnen, wenn Sie von Anfang an jemanden haben, der sich darum kümmert“, sagt sie.

Bei Stöber sind das Björn Schindewolf und Torsten Baum. „Daniel war in seinem persönlichen Schonbereich zuhause“, erzählt Andrea Stöber, „das haben wir überwunden. Er ist jetzt ein Teil von uns und wird eingesetzt soweit seine Kräfte das erlauben.“ Aufgekaufte Gebrauchtwagen, Unfallfahrzeuge und Kundenautos müssen perfekt hergerichtet werden. Scheiben wischen, Lackaufbereitung und Polsterpflege gehören dazu. Raucherautos und Wagen von Hundehaltern seien besonders problematisch, erklärt Krause. In seiner Freizeit spielt Daniel Krause jetzt Fußball. Am liebsten ist er Stürmer. Über sein erstes und bisher einziges Spiel sagt er: „Das waren die schlimmsten 90 Minuten meines Lebens.“ Mit 0 : 13 hat sein Team verloren.

Erfolgreicher sind Daniels Bemühungen um den Autoführerschein. Ein ganz großer Traum sei das, sagt er. Trotz seiner Lese-Rechtschreib-Schwäche paukt er fleißig dafür. Ein spezielles Audiosystem hilft ihm dabei. Inzwischen sind die ersten Fragebögen fehlerfrei. Bezahlt bekommt er den Unterricht vom Autohaus. „Wir haben schließlich auch etwas davon“, sagt Andrea Stöber. „Die Abläufe werden einfacher, wenn Daniel die Autos selbstständig auf dem Firmengelände bewegen kann.“

Von Harald Sagawe

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