In Bundesversammlung in Hardehausen

DPSG-Pfadfinder fassen Beschluss gegen Rechts

Bunte Schar: Während ihrer Bundesversammlung positionierten sich die Sankt-Georgs-Pfadfinder gegen die politische Richtung der AfD. Fotos: DPSG/nh(1), Demmer (2)

Witzenhausen. Die Pfadfinder der katholischen DPSG, zu denen auch der Stamm Witta aus Witzenhausen gehört, haben sich auf ihrer Bundesversammlung klar gegen Rechts ausgesprochen.

„Die DPSG stellt sich bewusst und öffentlich gegen jede Form von Diskriminierung und Rechtspopulismus, wie sie insbesondere die Partei Alternative für Deutschland (AfD) durch ihre Inhalte propagiert.“ Mit klaren Worten positionierten sich die Pfadfinder der katholischen Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) kürzlich während ihrer Bundesversammlung in Hardehausen (Kreis Höxter) gegen Rechts. Einstimmig mit nur einer Enthaltung votierten die mehr als 80 stimmberechtigten Delegierten für einen Antrag, der während der Versammlung entstand. Einer der Verfasser: Nils Gädtke aus Witzenhausen. Er gehörte zur vierköpfigen Delegation aus dem Diözesanverband Fulda.

Idee von einem Delegierten

Nils Gädtke

Die Idee für den Antrag stammt von einem Delegierten, der als Polizist den AfD-Bundesparteitag absichern musste und dabei die Inhalte des dort beschlossenen Parteiprogramms erfuhr, erklärt Gädtke. „Es entspricht in vielen Punkten nicht dem, wofür wir als DPSG stehen“, so der Pfadfinder weiter. Neben Fremdenfeindlichkeit sei dies zum Beispiel auch die Forderung der AfD, Lehrern abschreckende Sanktionsmaßnahmen zu erlauben oder die AfD-Haltung gegen Erneuerbare Energien. „Auf der Bundesversammlung kam der Entschluss, dass wir uns dagegenstellen“, berichtet Gädtke.

Mit dem Beschluss werden die Pfadfinder unter anderem aufgefordert, bei Aktionen gegen Rechts bewusst ihre Kluft und ihre Fahne zu tragen. „Da wo wir sind, wo die Pfadfinder ihr Zuhause haben, sollen wir uns klar bekennen“, sagt Sabine Jacobs, beim Stamm Witta für die Wölflinge, also die jüngsten Pfadfinder, zuständig. Zudem soll Material für politische Bildung im Verband erstellt werden. „Die Arbeit geht jetzt erst los“, so Jacobs.

Schon 1972 Kampagnen

Nicht zum ersten Mal äußern sich die Pfadfinder politisch. Bereits 1972 und danach setzten sie sich mit Kampagnen gegen Fremdenfeindlichkeit ein.

Zurzeit zahlen Flüchtlingskinder, die bei der DPSG mitmachen möchten, keinen Mitgliedsbeitrag und erhalten ihre Kluft kostenfrei.

Insgesamt hat die Witzenhäuser DPSG rund 70 Mitglieder mit verschiedenen religiösen und kulturellen Hintergründen - mehr als 40 davon sind aktiv dabei und nehmen regelmäßig an Aktionen wie dem Witzenhäuser Wochenende für Toleranz teil. 

www.dpsg-witzenhausen.de

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