Eine Liebe mit Hindernissen

Parkinson-Patienten: Krankheit und Distanz bereiten Probleme

In der Klinik funkte es: Ilona Schallehn aus der Nähe von Köln lernte Jörg Zscheppang aus Hessisch Lichtenau in Kassel kennen und lieben. Was sie neben ihrer Liebe eint, ist das Schicksal der Parkinson-Krankheit. Foto: Privat/nh

Hessisch Lichtenau. Ilona Schallehn aus der Nähe von Köln und Jörg Zscheppang aus Hessisch Lichtenau trennen fast 300 Kilometer Distanz. Was sie aber eint, ist ihre ungewöhnliche Liebesgeschichte - die wiederum eng verbunden ist mit der Krankheit Parkinson, unter der beide leiden.

Denn bei einem Aufenthalt Ende Mai in einer Spezial-Klinik für Parkinson in Kassel lernten sie sich kennen und lieben. „Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden“, berichtet die 68-Jährige vom ersten Treffen. Sie ist schon viele Jahre alleine und hätte „nie gedacht, dass ich noch einmal derartige Gefühle für einen Mann erleben darf.“ Mit dem Lichtenauer aber darf sie, ist ihrer Aussage zufolge „glücklich verliebt“.

Weiteres ungewöhnliches Merkmal ihrer Beziehung ist der große Altersunterschied, denn 13 Jahre trennen die Kölnerin und den 55-Jährigen, der bei der Integrierten Betriebsstätte in Witzenhausen arbeitet. Auch er hatte die Hoffnung aufgrund der gesundheitlichen Umstände „bereits aufgegeben, noch einmal so glücklich zu werden“, sagt der Lichtenauer. Denn die Krankheit nagt an Körper und Geist - manchmal derart, dass Jörg einen Krampfanfall bekommt. Dieser ist zwar nicht lebensbedrohlich, führte aber dazu, dass er die jüngste Zugfahrt gen seiner geliebten Ilona auf halber Strecke abbrechen musste.

Ilona sagt dazu: „Wenn so etwas auf einer Autofahrt passieren würde, sollte man ihn einfach in Ruhe lassen und kann die Tour ohne Sorgen fortsetzen, nach einer gewissen Zeit beruhigt sich Jörg wieder.“ Da ihm das derzeit nötige dreimalige Umsteigen immer schwerer fällt, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Witzenhausen zur Papierfabrik Kaufungen zu fahren, um dort einen Fernbus oder Fahrzeug der Mitfahrzentrale zu erreichen, hat der 55-Jährige einen großen Wunsch: „Es wäre super, wenn ich jemanden finden würde, der mich Donnerstags ab 14 Uhr in Richtung Köln mitnehmen könnte.“

Natürlich nicht unentgeltlich und bestenfalls mit Rückfahrgelegenheit am Sonntag in Richtung Lichtenau. Denn das letzte Treffen der Verliebten mit schwerem Schicksal ist über drei Wochen her, die Sehnsucht laut Jörg Z. „sehr, sehr groß“.

• Kontakt: Da die Parkinson-Erkrankung bei Jörg Sprachprobleme bereitet, bittet seine Freundin Ilona, mit ihr Kontakt aufzunehmen, falls jemand eine Mitfahrgelegenheit bieten kann. Telefon 0 22 34/5 59 59, 0157/82 53 79 15 sowie E-

Mail: ischallehn@yahoo.de

Von Nicolai Ulbrich

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