Arbeiten zügiger als gedacht erledigt

Werrabrücke wieder frei: Dachdecker sicherte Dach – Eigentümer muss zahlen

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Wieder freie Fahrt: Dachdecker hatten am Donnerstag die Dachseite zur Bundesstraße soweit abgesichert, dass keine weiteren Ziegel auf die Straße fallen konnten.

Witzenhausen. Die Autofahrer in und um Witzenhausen konnten am Donnerstag gegen 14.30 Uhr wieder aufatmen: Dann wurde die halbseitige Sperrung der Werrabrücke in Höhe des betagten Ernst-Koch-Hauses wieder aufgehoben. 

Sie hatte seit dem Vortag für lange Staus gesorgt. Dachdecker hatten am Donnerstag die Dachseite zur Bundesstraße soweit abgesichert, dass keine weiteren Ziegel auf die Straße fallen konnten. Dafür nahmen sie die Ziegel ab und schützten die Dachfläche mit einer Plane vor Regen. Anschließend wurde zügig das Gerüst abgebaut, die Straßenmeisterei räumte Ampel und Absperrmaterial beiseite, so dass der Verkehr noch vor Beginn des Feierabendverkehrs wieder normal fließen konnte.

Aktualisiert um 16.15 Uhr

„Wie es jetzt mit dem Haus weitergeht, muss der Eigentümer entscheiden“, erklärt Bernd-Dieter Köhler, der als stellvertretender Fachbereichsleiter bei der Stadt Witzenhausen für die öffentliche Sicherung und das Ordnungsamt zuständig ist. Zu einer Sanierung das Hauses könne er aber nicht gezwungen werden, ergänzt Jörg Klinge, Pressesprecher des Landkreises. „Der Eigentümer ist nur zur Verkehrssicherung verpflichtet.“ Soll heißen: Von seinem Haus darf keine Gefahr, etwa durch fallende Ziegel, für Fußgänger und Autofahrer ausgehen. Die Bauaufsicht des Kreises habe den Dachstuhl noch am Mittwoch untersucht, sagt Klinge. „Derzeit ist die Standsicherheit gegeben.“

Falls der Eigentümer das Haus nicht sanieren, sondern abreißen will, müsste er den Denkmalschutz um Erlaubnis fragen, so Klinge. „Das Gebäude ist ein Einzeldenkmal.“ Die Kosten für Dacharbeiten und Gerüstbau muss der Eigentümer tragen, so Klaus Schinzel, der als Witzenhäuser Polizeichef die Absicherung koordiniert hatte. Der Malermeister sei vor Ort gewesen und habe den Arbeiten zugestimmt. Der Polizeieinsatz wird ihm nicht in Rechnung gestellt.

Hintergrund: Bei Notfall dürfen Behörden eingreifen

Notfall: Behörden dürfen eingreifen Wenn von einem Haus eine akute Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht, wie jetzt im Fall des Ernst-Koch-Hauses in Witzenhausen, dann dürfen im Notfall auch das Ordnungsamt der zuständigen Kommune, die Bauaufsicht des Landkreises und die Polizei Sicherungsmaßnahmen in Auftrag geben – als so genannte Ersatzvornahme. „Diese tritt ein, wenn der Eigentümer nicht erreichbar ist oder die Sicherungsmaßnahmen ablehnt“, sagt Klaus Schinzel von der Witzenhäuser Polizei.

In diesem Fall geht die Rechnung dann erstmal an Stadt, Kreis oder Polizei, die sich dann das vorgestreckte Geld vom Hauseigentümer wiederholen müssen.

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