Lob von allen Seiten: „Wunderbares geleistet“

Enno-Narten-Bau an Burg Ludwigstein  eingeweiht

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Vorbild: Landrat Stefan Reuß (von links) überreichte an Stiftungs-Vorsitzende Eva Eisenträger, Burgwart Selmar Sechtling und Jugendbildungsstätten-Leiter Stefan Sommerfeld ein Bild vom Landgrafenschloss in Eschwege aus der Vogelperspektive. Aus der eigenen Brieftasche steuerte er 300 Euro für den Erwerb eines der tragenden Balken bei und ermunterte die zahlreiche politische Prominenz, seinem Beispiel zu folgen.

Burg Ludwigstein. „Jeder hat hier Wunderbares geleistet.“ Dem wollte niemand der zahlreichen Redner widersprechen, als Landrat Stefan Reuß (SPD) am späten Samstagnachmittag den Enno-Narten-Bau als neues Werk- und Seminarhaus der Jugendburg Ludwigstein offiziell seiner Bestimmung übergab.

Vor über 300 Gästen und Freunden der Jugendbewegung hob Reuß, der als „regionaler Lord“ angekündigt worden war, vor allem das nimmermüde Engagement Hunderter von Helfern hervor, die mehr als 40 000 freiwillige Arbeitsstunden leisteten, um das nach dem Gründer der Burg Ludwigstein benannte Gebäude als dritten Ring der Burg aus dem Boden zu stampfen.

Und Letzteres ist durchaus wörtlich zu nehmen. Denn für den Bau des Hauses mit einer Nutzfläche von tausend Quadratmetern wurden mit Holz, Stroh und Lehm fast nur Materialien aus der Natur verwendet. Und die Steine für den Fußboden stammen sogar direkt vom Ursprungsort.

Ehrenamtliches Engagement und Nachhaltigkeit seien die wichtigsten Aspekte bei der Errichtung dieses, wie es zuvor Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke (CDU) formuliert hatte, „spektakulären Gebäudes“ gewesen, hob Reuß als Schirmherr des Projektes hervor. Mit viel Beharrungsvermögen hätten die Jugendbewegten Geldgeber gefunden, um aus einer Idee „etwas Hervorragendes“ zu machen. Aus dem vollständig mit Strohballen gedämmten Haus sei „ein Vorzeigeprojekt“ geworden, sagte der Landrat, der auch den Geldgebern und Sponsoren des 1,2 Millionen Euro teuren Projektes dankte.

Als Burgbetriebsleiter hatte Selmar Sechtling den Festakt unter freiem Himmel eröffnet, umrahmt von Gitarrenklängen und heiteren Spielszenen des „Ludwigsteiner Hoftheaters“. „Ein Haus von der Jugend für die Jugend“, bescheinigte Sechtling den Helfern, „Großes geleistet“ zu haben. Auch Regierungspräsident Lübcke lobte die hohe Motivation, mit der alle Beteiligten zu Werke gegangen seien. Jugendbildungsarbeit präge die Jugend und helfe ihr bei der eigenen Identitätsfindung. Mit dem Enno-Narten-Bau sei „ein Traum in Erfüllung gegangen“.

Grußworte sprachen auch Michael Narten als Enkel des Namensgebers Enno, Stiftungs-Chefin Eva Eisenträger, Holger Pflüger-Grone vom Verein Jugendburg Ludwigstein und des Kuratoriums sowie für den Bauhüttenkreis Meike Pilsl, Gunthard Stübiger und Johannes Kaltenecker.

Den gestrigen Tag der offenen Tür nutzten zahlreiche Besucher, sich über die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten des Baus zu informieren. (zcc)

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