Erneuter Vandalismus

Erhard-Statue in Witzenhausen mit Hitlerbärtchen beschmiert

Erhard-Statue: Unbekannte schlugen die Nase und Teile des linken Ohrs ab undhm eine echte Zigarette in die Hand. Foto: Bretzler

Witzenhausen. Erneut gab es Vandalismus an der erst vor wenigen Wochen aufgestellten Politikerfigur von Ludwig Erhard.

Unbekannte haben der Statue von Ludwig Erhard in Witzenhausen ein Hitlerbärtchen angemalt. Außerdem brachten sie in der ausgestreckten Hand des ehemaligen Bundeskanzlers ein „A“ im Kreis an, das Zeichen für Anarchie. Erst vor wenigen Tagen hatten Täter das Denkmal am Eingang zur Fußgängerzone in der Brückenstraße demoliert. Unter anderem brachen sie der Statue die Nase und Teile des linken Ohrs ab. Der Schaden beträgt nach Angaben der Polizei 500 Euro.

Jürgen Rippel, Initiator des Projekts „Museum am Weg“, sagte: „Ich finde diese Beschädigungen sehr traurig.“ Er habe von dem Vandalismus aus der HNA erfahren. „Die Täter wissen wohl gar nicht, wer Erhard wirklich war. „Mit Nazis hatte er nichts am Hut. Im Gegenteil. Er ist der Vater der sozialen Marktwirtschaft.“

Mit der Idee, in Witzenhausen eine Statue von Ludwig Erhard aufzustellen, wollte Jürgen Rippel seiner alten Heimatstadt etwas Gutes tun. Erhard soll sich 1955 hier aufgehalten haben, um die letzten Kriegsheimkehrer in Friedland zu begrüßen. Rippels Tante Gabriele Koch war damals Pächterin des Hotels Zum Goldenen Löwen, wo der Bundeskanzler zu Gast war. Von ihr und Ehrhard existiert sogar ein Foto vor dem Eingang des Hotels, das zeitlich allerdings nicht eindeutig zugeordnet werden kann.

Bürgermeisterin Angela Fischer sagte, die Stadt Witzenhausen habe als Eigentümerin der Statue Anzeige bei der Polizei erstattet. Eine Belohnung zur Ergreifung der Täter werde die Stadt aber nicht aussetzen. „Das ist das falsche Signal“, so Fischer. Es gehe bei dem Kunstprojekt darum, geschichtliches Interesse zu wecken und Akzeptanz zu erreichen. „Im Grunde ist es doch toll, wie lebhaft über die Erhard-Statue diskutiert wird. Das Ziel des Projekts, anhand einer bekannten Person, die ihren Fuß auf Witzenhäuser Boden gesetzt hat, einen Blick zurück in eine frühere Zeit-Epoche zu werfen, ist doch damit erreicht.“

Wie und wann die Statue repariert werden kann, werde mit der Künstlerin geklärt. „So kann sie jedenfalls nicht bleiben, das wäre ein falsches Signal“, findet Fischer.

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