Von Rügen an die Werra

Semesterstart in Witzenhausen: Mario Plass ist einer von 230 Erstis

Erstes Essen in der Mensa Witzenhausen: Mario Plass hat noch viele neue Dinge vor sich und wünscht sich eine WG mit Garten zum Gärtnern. Fotos: Gorny

Witzenhausen. Das Wintersemester steht vor der Tür: Ab Montag beginnen 230 Studenten ein Bachelor- oder Masterstudium am Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften in Witzenhausen. Einer von ihnen ist Mario Plass, der von Rügen in die Kirschenstadt gezogen ist.

„Irgendwann werde ich das Wasser vermissen“, sagt Mario Plass etwas wehmütig, aber trotzdem mit einem breiten Grinsen. Er ist auf einem Hof auf der Insel Rügen groß geworden und hat bisher immer am Wasser gewohnt. Ab Montag ist der 23-Jährige einer von 230, die ihr Studium in Witzenhausen aufnehmen. Ein Zimmer hat er bisher noch nicht gefunden, aber das sieht er gelassen: „Aktuell wohne ich in der WG einer Freundin.“ Von dort aus könne er weitersuchen. Was er sich wünscht, ist ein Zimmer in einer WG mit Garten. „Dann würde ich gärtnern, zum Eigenbedarf“, sagt er. Und was in seiner WG nicht fehlen sollte: „Eine Spülmaschine“, unterstreicht der junge Mann, dessen norddeutscher Akzent noch ab und zu durchklingt.

Mindestens genauso wichtig ist ein Bett. Eigentlich ein Standard? Nicht für Plass. Denn nach seiner landwirtschaftlichen Ausbildung war er Betriebshelfer und arbeitete ein Jahr lang in verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben: „Da habe ich immer mal wieder im Auto gewohnt“, erzählt er. Nun würde er sein Bett mehr wertschätzen.

Die Kirschenstadt hat er sich ausgesucht, weil er hier Öko-Landwirtschaft studieren kann. Das gehe ansonsten nur in Eberswalde (Brandenburg). Aber Plass zog es nach Witzenhausen: „Ich möchte im Studium die Praxis vom Hof mit Theorie unterfüttern und lernen, wie man einen Betrieb gut organisiert.“ Nachhaltige Landwirtschaft ist dabei oberstes Gebot für Plass, der mit Hühnern, Schweinen, Kühen und Ackerbau aufwuchs. „Alles andere ist Augenwischerei.“ Denn während seiner staatlichen Ausbildung wurde ihm einiges über die gängigen Praktiken in landwirtschaftlichen Betrieben klar: „Es hat mich erschreckt, dass viele Dinge, die man als Gerüchte kennt, wirklich so angewandt werden. Zum Beispiel die Gabe von Antibiotika.“ Das wolle er anders machen und dafür in Witzenhausen das Wissen bekommen.

Aber: „Ich will natürlich nicht immer nur am Schreibtisch sitzen und lernen!“ Er wolle in Witzenhausen ankommen und sich mit Menschen treffen und natürlich Freunde finden. Auch wenn er Rügen und das Wasser wahrscheinlich immer mal wieder vermissen werde.

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