Europäische Jugendwoche: Ernte, Liebe und Fischen

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Sorgten für fröhliche Stimmung: Mit dem süditalienischen Volkstanz Tarantella und traditionellen sizilianischen Liedern sorgte die sizilianische Folkloregruppe „Centro Culturale Terrazzani“ für einen emotionalen Abend. (znb) 

Burg Ludwigstein. Italienische Folkloregruppe begeistert mit Tarantella und sizilianischer Folklore

Grün, Weiß, Rot bestimmte am Dienstag das Treiben auf Burg Ludwigstein. Im Rahmen der Europäischen Jugendwoche hatte die italienische Folkloregruppe „Centro Culturale Terrazzani“ bereits in der Nacht mit einer Lichterschau den Burgschlüssel symbolisch übernommen und hatte fortan das Sagen.

„Am Morgen marschierten die Sizilianer mit ihren Trachten durch die Burg und weckten uns mit sizilianischer Folkloremusik“, berichtete die Leipzigerin Katharina Klare, die der Folkloregruppe „Die Ludwigsteiner“ vom veranstaltenden Arbeitskreis angehört. Sie verteilten grün-weiß-rote Ketten, übten mit den Burgbewohnern das bekannte Lied „Volare“, informierten über ihr Land und ließen den Meißnersaal in den Landesfarben erstrahlen.

In diesen Saal wurde auch ihr Folkloreauftritt verlegt, nachdem sich das Wetter gegen Abend sehr wechselhaft zeigte. Der Stimmung tat das keinen Abbruch. Mit einer Mischung aus Gesang und dem süditalienischen Volkstanz Tarantella hatten die Sizilianer einen sehr emotionalen Auftritt, der die rund 130 Besucher zum Mitklatschen und Mitsingen anregte.

„Viele Lieder gehen einfach ins Ohr“, sagte Arbeitskreisvorsitzender Michael Göbel, der vom eigenen Flair der Jugendwoche auf der Burg schwärmte.

Während bei den landestypischen Folkloretänzen die Harmonie der Tanzgruppe hervorstach, war es bei den Gesangstücken der stimmgewaltige Chor aus 30 Kehlen, die die Geschichte über die Ernte, das Fischen und die Liebe erzählten. Sie sangen aber nicht nur, sondern setzten das Gesungene auch in die Tat um: sehr emotional ein italienisches Liebeslied, bei dem der Werbende singend seiner Angebeteten auf Knien einen Heiratsantrag machte und ihr eine Rose schenkte.

Aber auch die Ernte und die Fischerei waren Thema bei den Gesangstücken der Folkloregruppe aus dem sizilianischen Trabia in der Nähe von Palermo. Hier spielte die Tanzgruppe die schwere Arbeit auf den Feldern nach oder bat mit einem Lied aus dem 16. Jahrhundert in Richtung heiliger Sankt Agata um Erleichterung bei der Ernte.

Musikalisch sorgte die Gruppe mit Schifferklavier, Friscaletto (kleine Flöte) und Schellentrommel für Takt und Melodie. Während die Friscaletto und Schellentrommel beim schnellen süditalienischen Tarantella dominierte, gaben die beiden Schifferklaviere bei den etwas langsamer gespielten Gesangsstücken den Ton an.

Getoppt wurde der ohnehin schon fröhliche italienische Abend, als Schifferklavierspieler und Deutsch-Übersetzer Francesco in bester Pavarotti-Manier das „O Sole Mio“ zelebrierte und dafür Standing Ovation erntete.

Mit dem tagsüber gelernten „Volare“ unter Mitwirkung der Zuschauer ging ein fröhlicher italienischer Musikabend zu Ende.

Von Hartmut Neugebauer

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