Vermittlung der deutschen Kultur

Familienzentrum bietet Nähkurse für Flüchtlinge an

Spaß am Nähen: Flüchtlinge aus sechs Nationen kommen beim Integrationsprojekt des Familienzentrums zusammen. Möglich wurde das durch Helferin Amelie Neuenroth (stehend, Zweite von links ), Annette Ruske-Wolf, Stephan Sommerfeld (Geschäftsführer Jugendbildungsstätte Ludwigstein), Susanne Kräft-Ludolph (stehend, Sechste von links) und Schneidermeisterin Nicole Drechsler. Foto: Neugebauer

Bad Sooden-Allendorf. Nähen bringt Freunde – mit diesem und anderen Flüchtlingsprojekten will das Familienzentrum Bad Sooden Allendorf versuchen, die etwa 60 Flüchtlinge in der Badestadt in den öffentlichen Raum zu integrieren.

„Es ist schön zu sehen, mit welcher Freude die Frauen neue Fertigkeiten erlernen und dabei richtig Spaß haben“, sagt Susanne Kräft-Ludolph, die pädagogische Mitarbeiterin des Familienzentrums. Und so werden unter Anleitung von Schneidermeisterin Nicole Drechsler auf einem vorgezeichneten Blatt Papier zu Übungszwecken zunächst gerade Linien und Zick-Zack-Linien genäht, um mit der Nähmaschine vertraut zu werden. Danach geht es ans Eingemachte: Aus Filz, Wachstuch und Stoffen werden Handy- und Schminktaschen, Nackenkissen und ein Utensilo mit eingenähtem Wachstuch hergestellt.

„Wenn Deutsch und Englisch nicht weiterhelfen, kommt die Körper- und Zeichensprache zum Einsatz“, sagt Drechsler. Am Ende haben die Frauen viel kommuniziert, gelacht und sind stolz, etwas Sinnvolles mit in ihr neues Heim nehmen zu dürfen. „Es ist ein Stück Integrationsarbeit, bei der die Frauen ihre Probleme hinter sich lassen können und ein Stück weit die deutsche Kultur kennen lernen“, sagt die Vereinsvorsitzende des Familienzentrums, Annette Ruske-Wolf.

Möglich wurde dieses Projekt durch die Anschubfinanzierung des Bundesprogrammes „Demokratie leben“. Als Fach- und Koordinierungsstelle des Teilprogramms „Lokale Partnerschaft für Demokratie im Werra-Meißner-Kreis“ hat die Jugendbildungsstelle auf Burg Ludwigstein 3000 Euro für die Anschaffung von fünf Nähmaschinen sowie Nähmaterialien zur Verfügung gestellt.

Neben dem Nähprojekt werden mit dem „Café Muku“, der „Küche International“, einer Mutter-Kind-Gruppe und einem Treffen der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer vier weitere Integrationsprojekte für die Flüchtlinge in Bad Sooden-Allendorf angeboten. Sie alle sollen helfen, dass die Flüchtlinge ein Stück weit unsere Kultur kennen lernen, um sich schneller zu integrieren.

Daneben kümmert sich das 1997 aus einer Elterninitiative gegründete Familienzentrum aber auch um die Belange deutscher Familien. In diesem Jahr werden von 60 Helfern zusätzlich 25 Projekte aus den Bereichen „Familien- und frühkindliche Bildung“, Bildung und Kultur“, „Kreativität und Handwerk“ sowie „Kooperative Projekte“ angeboten, die im regelmäßigen Rhythmus besucht werden können. Wöchentlich kommen so zwischen 160 und 280 Besucher ins Familienzentrum in der Weberstraße 48. (znb)

• Kontakt: Tel. 0 56 52/ 91 72 65, E-Mail familienzentrum-bsa@gmx.de, www.familienzentrum-bsa.de

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