Asylbewerber bleiben nun bis zu sechs Monate in Erstaufnahme

Flüchtlingskinder sollen gleich zur Schule

Hessisch Lichtenau. In der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung (HEAE) Senkefeld in Hessisch Lichtenau gibt es Bemühungen, Flüchtlingskinder zu beschulen.

„Wir sind derzeit in Verhandlungen mit dem Staatlichen Schulamt in Bebra“, bestätigt Volker Zeidler, einer der vom Regierungspräsidium (RP) Gießen berufenen Interimsstandortleiter. Ziel sei es, die derzeit 29 Kinder im schulpflichtigen Alter voraussichtlich nach den Sommerferien einzuschulen. Bundes- und landesweit gebe es einen großen Rückstau in den HEAE, sagt Zeidler. Die Zweitunterkünfte seien überlastet, weswegen Flüchtlinge mittlerweile bis zu sechs Monate in der HEAE bleiben müssten. Um trotz der längeren Wartezeit eine Integration schnellstmöglich auf den Weg zu bringen, habe sich bereits Zeidlers Vorgänger vom RP Kassel um eine Beschulung der Kinder bemüht. „Das ist bisher an den Möglichkeiten der Schulen gescheitert.“

Die Schülerzahl der Grundschule Hessisch Lichtenau sei im vergangenen Jahr erheblich gestiegen, wodurch die Kapazitäten für Flüchtlingskinder begrenzt seien, bestätigt Anita Hofmann vom Staatlichen Schulamt in Bebra auf Anfrage. Seitens der Einrichtung sei noch niemand an sie herangetreten. „Allerdings hat der Schulträger bei mir nachgefragt, ob eine Beschulung von 30 Kindern bewerkstelligt werden könne.“ Inwieweit diese nach den Ferien erfolgt, werde derzeit geprüft.

Weder sei Hofmann die Altersgruppierung der Kinder bekannt, noch stünden ihr derzeit zusätzliche Ressourcen zur Verfügung. Wenn gegen Ende der Ferien jedoch ein weiterer Verbleib der Kinder in der Einrichtung absehbar sei, „werden wir Lösungsmöglichkeiten angehen“. Ebenfalls müsse geprüft werden, inwieweit Ehrenamtsarbeit integriert werden könne, damit die Kinder sich nicht unmittelbar auf eine neue Schulstruktur umstellen müssten.

Von Gudrun Skupio

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