Förderkreis sammelt Spenden für Sanierung der Stadtkirche

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Nach der Turmsanierung: In drei Jahren muss auch das Schieferdach der Stadtkirche erneuert werden.

Großalmerode. Der Turm der Stadtkirche ragt seit 1591 35 Meter über der Stadt Großalmerode auf. Seit dem Sommer verbirgt ein Gerüst den Blick auf den Schieferturm. Die Sanierung des Kirchturms ist in vollem Gange.

Beim Aktionstag Stadtkirche lud Förderkreisvorsitzender Martin Trebing jetzt die Gemeindemitglieder dazu ein, einen Blick auf die Arbeiten zu werfen und den Panoramablick zu genießen.

Dafür müssen Mutige 17 Leitern überwinden. Schon beim ersten Schritt schlägt so manchem das Herz höher. Zum Glück ähneln die ersten elf breiteren Leitern eher einer Treppe, breite Tritte und ein Handlauf ermöglichen einen schnellen Aufstieg, bei dem man sich dennoch, bei jeder Berührung mit dem kalten Eisen, Handschuhe herbeisehnt. Jeder Treppenabschnitt führt auf eine Plattform. Auf den ersten drei Etagen kann man nur den gelb gestrichenen Putz sehen und auf den weiteren Etagen verbirgt eine blaue Plane den Blick auf den von den Schieferschindeln und verrotteten Holzlatten befreiten Turm. Man klettert an den frei gelegten Schallluken vorbei, die den Blick auf die verstummten mächtigen Glocken im Inneren offenbaren. Hier wurden schon die Holzgitter ausgetauscht.

Immer atemberaubender wird die Sicht auf die Altstadt, das Rathaus und hinaus auf die Berge. Hier verlässt man die breite Treppenkonstruktion und erklimmt die letzten Höhenmeter über sechs Aluminiumleitern. Die Turmspitze ist noch verkleidet, nur ein herausgerissenes Dachfenster legt den Blick auf das Dachgebälk frei. An dieser Stelle kam Martin Trebing auf die Idee die Schindeln zu verkaufen, damit noch dringend benötigtes Geld für die Sanierung zusammenkommt. „Welcher Spender möchte nicht einen Teil seiner Stadtkirche besitzen“, meint Gretel Evers. Sie hat schon fleißig für ihre Kirche gespendet und wird dies auch in Zukunft tun: „Hier weiß man jedenfalls, wozu die Spende verwandt wird.“ Die Großalmeröderin ist froh darüber den Aufstieg bewältigt zu haben, denn man sieht wie viel Arbeit eine solche Kirchturmsanierung verlangt. Sie möchte es vor allem noch einmal sehen, wenn alle Arbeiten beendet sind. Dieser Wunsch wird sich laut Förderkreisvorsitzendem vielleicht sogar erfüllen.

Die Sanierung der Stadtkirche kostet 600.000 Euro. 100.000 Euro wurden bis Ende März von den Bürgern gespendet, durch den Kirchenerhaltungsfond der Landeskirche wurde der Betrag verdoppelt. Weitere Mittel wurden vom Kirchenkreis und der Landeskirche bereit gestellt. Ausstehende Mittel kamen vom Land Hessen durch Baulastenpflichten. „Ich kann mir davon keine goldene Badewanne leisten“, erklärt Pfarrer Jörn Klinge, „alles ist in einem Treuhandfond verankert, der nur der Bauerhaltung dient.“ Während die Mittel für den Kirchturm zusammengekommen sind, bangt der Förderkreis um den Rest der Kirche. Kleinere Posten wie neue Farbe oder Erneuerung des Putzes seien nicht berücksichtigt worden, so Förderkreismitglied Manfred Herrmann. Außerdem muss das Schieferdach erneuert werden. Gutachter schätzen, dass die Erneuerung 300.000 Euro kostet und in drei Jahren unabdingbar ist. (zge)

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