Für Bilder aus der Vogelperspektive steigt Thomas Meder in ein Ultraleichtflugzeug

Ein Fotograf im Sinkflug

Ein Cockpit, zwei Leidenschaften: Thomas Meder schießt Panoramabilder aus dem Flugzeug heraus. Mit 15 machte er seinen Segelflugschein, mittlerweile bildet er selbst Flugschüler aus. „Fliegen ist für mich das Höchste der Gefühle“, sagte er. 2 Fotos: Schröter

Witzenhausen. Er ist mit seiner Kamera zur Stelle, wenn auf der Autobahn ein schwerer Unfall passiert oder es irgendwo brennt. Er fotografiert auch Großbaustellen wie die Autobahn 44 bei Hessisch Lichtenau. Dabei liefert Thomas Meder den WR-Lesern jedoch keine gewöhnlichen Fotos: Er sitzt beim Fotografieren in einem Ultraleichtflugzeug und lichtet die Geschehnisse aus der Vogelperspektive ab.

„Fliegen ist für mich das Höchste der Gefühle“, sagt der 23-Jährige. Weil das schon immer so gewesen sei und er sich schon während seiner Schulzeit an einem Göttinger Gymnasium auch für Technik interessierte, habe er schon mit 15 Jahren seinen Segelflugschein gemacht. Damals noch beim Luftsportverein Göttingen auf dem Flugplatz in Günterode.

Zwei Jahre später folgte der Motorsegler-Schein. 2010 schloss sich Meder, der zurzeit eine Ausbildung zum Speditionskaufmann absolviert, dem Luftsportverein Witzenhausen an. Dort erweiterte er sein Flugschein-Repertoire um den für Ultraleichtflugzeuge. Seit Anfang des Jahres bildet der junge Mann als Fluglehrer selbst Segelflugschüler aus.

Da die Fliegerei enorm viel Zeit in Anspruch nimmt, blieb Thomas Meder in den vergangenen Jahren kaum Freiraum für andere Hobbys. „Das hat sich allerdings geändert, als ich irgendwann einen Fotoapparat geschenkt bekam“, sagt er. Zuerst habe er nur Portraits und Landschaftsbilder gemacht oder den Betrieb auf dem Flugplatz festgehalten. „Als wir dann einmal zu zweit unterwegs waren und ich nicht selber am Steuerknüppel saß, probierte ich, aus dem Flugzeug heraus zu fotografieren“, so Meder. Mit der kleinen Kamera, die er damals noch hatte, sei das überhaupt nicht gegangen. „Da war jedes Bild fürchterlich verwackelt.“ Inzwischen habe er sich jedoch einen größeren und besseren Apparat zugelegt. „Damit kann ich jetzt die Motive auch besser heranzoomen und die meisten Bilder werden richtig gut“, sagt Meder.

Wenn der 23-Jährige zum Fotografieren in die Lüfte geht, dann immer in einem privaten Ultraleichtflugzeug, an dessen Betriebskosten er sich beteiligt. „Außerdem bin ich nie alleine unterwegs“, betont er. „Das wäre viel zu gefährlich.“ Meistens hat er dann einen erfahrenen Flugschüler an seiner Seite, dem er den Steuerknüppel für die Zeit des Fotografierens anvertrauen kann. „Durch die Thermik in der Luft ist es sehr wackelig, so dass es gerade bei kleineren Objekten schwierig ist, diese vernünftig abzulichten“, beschreibt Meder die Problematik der Luftfotografie. Die Tatsache, dass die HNA immer wieder seine Bilder veröffentlicht, zeigt jedoch am besten, dass er diese Kunst mittlerweile hervorragend beherrscht. (per)

Kommentare