Neu-Eichenberg will beim Ausbau der Breitband-Internetversorgung mitmachen

Fürs neue schnelle Netz

Oliver Brunkow

Hebenshausen. Die Gemeinde Neu-Eichenberg unterstützt das Projekt des Werra-Meißner-Kreises und der nordhessischen Landkreise zur lückelosen Versorgung aller Städte und Gemeinden mit schnellem Internet bis zum Jahr 2015. Einen entsprechenden Beschlussvorschlag an die Gemeindevertretung verabschiedete der Haupt- und Finanzausschuss (HFA) am Dienstag einstimmig.

„Für uns ist eine Versorgung mit Hochleistungsbreitband gerade auch hinsichtlich des neuen Logistik-Gewerbegebietes besonders wichtig“, betonte Gemeindebürgermeisterin Ilona Rohde-Erfurth (SPD). Deshalb und weil schnelles Internet zu einer unverzichtbaren sozialen und wirtschaftlichen Infrastruktur geworden und somit ein wichtiger Standortfaktor sei, könne man ein solches Vorhaben als Gemeinde nur begrüßen.

Machbarkeitsstudie

Ilona Rohde-Erfurth

Zu Beginn der HFA-Sitzung hatte Oliver Brunkow von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) des Werra-Meißner-Kreises eine Machbarkeitsstudie und das Konzept zum Aufbau von Breitbandhochleistungsinfrastrukturen auf Glasfaserbasis präsentiert. Die Studie habe ergeben, dass die Versorgung mit Hochgeschwindigkeitsinternet im Kreisgebiet nur im geringen Umfang vorhanden ist und ein neues Versorgungsnetz benötigt wird, um dem bereits vorhandenen Engpass entgegen zu wirken.

Das neue Netz müsse eine Breitbandversorgung von mindestens 25 Megabit pro Sekunde sicherstellen. Eine Abfrage bei Telekommunikationsunternehmen habe jedoch ergeben, dass in den kommenden Jahren bei keinem dieser Unternehmen flächendeckende Ausbauabsichten im Kreisgebiet bestehen.

Das Konzept der WFG sieht nun vor, dass alle fünf nordhessischen Landkreise und die Stadt Kassel gemeinsam den Breitbandausbau realisieren und das Netz anschließend an einen Betreiber vermieten. „Wirtschaftlich vertretbar wird das nur, wenn alle Landkreise und möglichst viele Kommunen mitziehen und so mit dem gemeinsamen nordhessischen Potenzial auftreten“, erklärte Oliver Brunkow. Die Landkreise müssten eine - zu 100 Prozent in öffentlicher Hand befindliche – Infrastrukturgesellschaft gründen, welche die „passive Breitbandinfrastruktur“ (Leerrohre, Glasfaserkabel und deren Einbau in den Boden) schafft.

Spezielles Darlehen

Finanziert werden könne dies über ein spezielles Darlehen, das vom Land Hessen verbürgt werde. Für den Ausbau im Werra-Meißer-Kreis wurden 30 Millionen Euro kalkuliert, von denen der Kreis 15 bis 20 Prozent (4,5 bis sechs Millionen Euro) Eigenkapital aufbringen müsste.

Ob und inwieweit die einzelnen Kommunen sich an den Kosten eines solchen Kredites beteiligen müssten, sei noch offen. „Eine Amortisierung der Gesamtkosten würde gemäß der Studie nach 17,5 Jahren erfolgen“, so Brunkow. Um eine schnelle Entscheidung treffen zu können, solle bis Ende November in allen Kommunen über eine Unterstützung des Projektes entschieden werden. (per)

Kommentare