Volkstrauertag-Gedenkveranstaltung auf dem Friedhof in Witzenhausen

In Gedenken an die Toten

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In Stille gedenken: Stadtrat Walter Wilhelm (von links), Bürgermeisterin Angela Fischer, Edith Träbing vom VdK (Zweite von rechts) und Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Koschel-Naahs legen Kränze auf dem Friedhof in Witzenhausen nieder.

Witzenhausen. „Immer weniger Nachkommen der in den beiden Weltkriegen gefallenen Soldaten können sich erinnern, trotzdem sollten die Menschen der Verstorbenen gedenken“, betonte der evangelische Pfarrer Gerhard Hahn in seiner Gedenkrede zum Volkstrauertag auf der Kriegsgräberstätte des städtischen Friedhofs in Witzenhausen.

Gleichzeitig sprach er auch den aktuellen Konflikt in Israel und dem Gazastreifen an, der möglicherweise wieder viele Tote mit sich bringen kann und damit auch Leid über die Familien der Toten.

Er erinnerte auch an die Zwangsarbeiter aus Hirschhagen, die am Ende des Krieges noch ihr Leben lassen mussten und auf dem Friedhof der Burg Ludwigstein ihre letzte Ruhe gefunden haben.

Bürgermeisterin Angela Fischer, Vorsitzende des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, erinnerte an den Runden Tisch Gedenken Witzenhausen, und an die in diesem Jahr verstorbenen Mitbegründer dieses runden Tisches Fritz Roßberg und Joachim Tappe.

Außerdem sprach sie die Aktion 44 Koffer jüdischer Mitbürger auf dem Marktplatz in Witzenhausen als Gedenken für die Deportation dieser Menschen in die Vernichtungslager an. In dieser kalten Novembernacht vor einem Jahr wurde das Leid der jüdischen Mitbürger deutlich, so Angela Fischer. Der katholische Pfarrer Hans- Jürgen Wenner und die Gemeindereferentin der katholischen Kirche Justyna Beer sprachen ein Gebet.

Jugendliche der evangelischen und katholischen Kirche legten Rosen auf den Kriegsgräbern nieder. Dann wurden Kränze für die Toten der beiden Weltkriege niedergelegt. Zu der Veranstaltung hatte außer dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auch der Sozialverband VdK eingeladen. Die Veranstaltung wurde umrahmt vom Männerchor 1868 und dem Posaunenchor. Anschließend ging ein Teil der Besucher noch zum jüdischen Friedhof. Dort erinnerte Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Koschel-Naahs an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. Margarete Koschel-Naahs: „Es ist für mich unfassbar, wie Menschen solche Grausamkeiten begehen können“. Sie führte weiter aus, dass Witzenhausen mit Gedenkveranstaltungen sowie dem Anbringen der Gedenktafeln an den Häusern ehemaliger jüdischer Bürger auf einem guten Weg sind. Zum Gedenken an die jüdischen Mitbürger konnten die Teilnehmer der Veranstaltung einem alten jüdischen Brauch folgen, und einen Stein an den Gedenkstein oder auf ein Grab legen.

Von Peter Scheunert

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