Bahn zwischen Eichenberg und Göttingen soll ab Montag wieder planmäßig fahren

Geduldsprobe bald zu Ende

Kummer mit der Bahn: Markus Hanusch pendelt täglich zwischen Bad Sooden-Allendorf und Göttingen - hier gestern Morgen im Bahnhof von Neu-Eichenberg. Foto: Cortis

Werra-Meißner. Auf die Folter gespannt fühlten sich Bahnkunden, die in dieser Woche zwischen Neu-Eichenberg und Göttingen vom Zug auf den Bus umsteigen mussten. Wegen eines Zugunglücks und der deshalb erforderlichen Reparaturarbeiten ist die Strecke seit der Nacht zum letzten Sonntag auch heute noch gesperrt. Weil der Schienenersatzverkehr (SEV) aber nicht so funktionierte, wie er sollte, waren Wartezeiten sogar bis einer Stunde die Folge. Diese Geduldsprobe soll bald ein Ende haben. „Wir gehen fest davon aus, dass ab Montag alle Züge wieder planmäßig fahren“, erklärte Susanne von Weyhe, Pressesprecherin der Cantus-Verkehrsgesellschaft in Frankfurt, auf Anfrage unserer Zeitung.

Einer der Betroffenen ist Markus Hanusch. Der 39-jährige Industriekaufmann aus Bad Sooden-Allendorf hat seinen Arbeitsplatz in der nordhessischen Universitätsstadt. Der Mann, der selbst nicht Auto fährt, hat akribisch Buch geführt über das, was ihm in diesen Tagen widerfahren ist.

Um 7.16 Uhr besteigt er täglich in der Badestadt den Cantus in Richtung Norden. Normalerweise würde er mit dem Zug um 7.45 Uhr in Göttingen eintreffen. Erstmals am Montag heißt es in Eichenberg: umsteigen auf den Bus. Auf dem Bahnhofsvorplatz steht aber nur einer. Und der ist ruckzuck voll. Beim zweiten, der eigens angefordert wird, ist es nicht anders. Erst ein dritter Bus nimmt Hanusch mit: „Wir standen eng gequetscht wie die Heringe in der Tonne.“ Manche Reisende, mit Koffern unterwegs, hätten geschimpft und die Anschlusszüge in Göttingen verpasst.

Am Dienstag kommt es noch dicker. In Eichenberg ist der erste Bus wieder voll. Hanusch steigt in den zweiten ein. Der fährt aber nicht los. Der Fahrer, lässt sich Hanusch erzählen, habe nach sechs Stunden hinter dem Steuer auf einer Pause bestanden. Statt wie gewöhnlich um acht ist der Kaufmann erst um 9.45 Uhr am Arbeitsplatz. Für ihn aber nicht ganz so schlimm: „Ich habe gleitende Arbeitszeit.“

Am Mittwochmorgen verzichtet der 39-Jährige auf öffentliche Verkehrsmittel. Wegen eines dringenden Termins lässt er sich von seinen Eltern nach Göttingen chauffieren. Sicher ist sicher. Krass wird es am Donnerstag. Da kommt zwar gegen 7.30 Uhr zeitgleich mit dem Cantus ein Bus in Neu-Eichenberg an. Der lädt aber nur seine Fahrgäste aus, dreht und fährt leer wieder weg. 60 bis 70 Leute, schildert Markus Hanusch, hätten eine geschlagene Stunde in nasser Kälte ausharren müssen.

Immerhin: Am Freitag finden alle Bahnreisenden morgens einen direkten Busanschluss. Auf der Rückfahrt abends aber gibt es während der ganzen Woche eine Wartezeit von 45 Minuten in Neu-Eichenberg.

Zu den Stoßzeiten sei es einfach nicht möglich gewesen, genügend Busse und Fahrer zu akquirieren, bedauerte Cantus-Sprecherin Susanne von Weyhe, die „unbefriedigende Situation“ (wir berichteten). Wörtlich: „Für unsere Kunden tut uns das sehr leid. Da können wir uns nur entschuldigen.“ (zcc) Service LINKS

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