Stadt, Ortsbeirat und Bürgerinitiative „Rettet das Wehr“ bauen jetzt auf Landespolitiker

Gelsterwehr-Schließung: Ministerin soll nun helfen

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Soll wieder geschlossen werden dürfen: SPD-Landtagsabgeordnetem Lothar Quanz (von links) zeigten Bürgermeister Andreas Nickel, Ewald Gröling von der Bürgerinitiative "Rettet das Wehr", Ortsvorsteher Franz Klötzl und Karl Hesse von der BI "Das Gelsterwehr in Trubenhausen".

Trubenhausen. Die Bürgerinitiative "Rettet das Wehr" im Großalmeröder Stadtteil Trubenhausen lässt nichts unversucht, um das Schließen des Wehrschildes in der Gelster doch noch zu erreichen. Jetzt wurde der SPD-Landtagsabgeordnete Lothar Quanz gebeten, sich auf Landesebene für die Sache stark zu machen.

Möglich wird dies, weil der Magistrat von Großalmerode vor vier Wochen Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) angeschrieben hat mit der Bitte, sich um diese für die Trubenhäuser „wichtige und zentrale Angelegenheit“ zu kümmern. Bürgermeister Andreas Nickel (SPD) appelliert an die Ministerin, eine gegebenenfalls veränderte Ausnahmegenehmigung für die Schließung des Gelsterwehres auszusprechen, bis ein Gesamtkonzept für den Bachlauf vorliegt und umgesetzt werden kann.

Ein Gesamtkonzept hält der Magistrat für ratsam, um eine Durchlässigkeit für die Fische für den gesamten Bachlauf und auch den Flusslauf der Werra zu ermöglichen. Es bringe nämlich nichts, wenn in Hundelshausen eine schon geplante Fischtreppe für knapp 200.000 Euro gebaut und damit eine Durchlässigkeit geschaffen werde, aber anderenorts wie in Hundelshausen und Carmshausen weiterhin Hindernisse bestehen.

Auch Löschwasserreservoir

Ferner sei nicht berücksichtigt worden, dass der Staubereich des Wehres in Trubenhausen als Löschwasser-Reservoir zum Sicherstellen des Brandschutzes im Dorfkern erforderlich sei, gibt Bürgermeister Nickel zu Bedenken. Auch auf die Funktion als Hochwasserschutz und zum Eindämmen der Feinstaubbelastung wird die Ministerin in dem Brief hingewiesen.

Ebenso sei bislang der Erhalt der denkmalgeschützten, dorfbildprägenden und für den Ort charakteristischen angestauten Wehranlage sowie auch der denkmalgeschützten Naturstein-Ufermauer nicht ausreichend berücksichtigt worden, heißt es in dem Schreiben. Am Ende lädt Nickel die Ministerin zu einem persönlichen Gespräch ein.

Sprecher Ewald Gröling und sein Stellvertreter Karl Hesse von der Bürgerinitiative wünschen sich eine in der Vergangenheit geduldete Regelung – drei Wochen bleibt das Wehr dicht und eine Woche geöffnet.

Fischtreppe ohne Nutzen

Landtagsabgeordneter Lothar Quanz versicherte den BI-Vertretern und Ortsvorsteher Franz Klötzl, die 90 Prozent der Trubenhäuser hinter sich wissen, sich einzuschalten. In der Vergangenheit habe man sich manches geleistet, dass angesichts der Finanzlage in den Kommunen heutzutage auf seinen Sinn hinterfragt werden müsse, sagte er in Anspielung auf die teure Fischtreppe ohne Nutzen. Im August 2012 lehnte das Großalmeröder Stadtparlament das knapp 200.000 Euro teure Projekt übrigens ab.

Quanz will die Ministerin nun bitten, Wege aufzuzeigen, wie man das Problem in Trubenhausen lösen kann. Darauf hofft die BI, nachdem sie bislang keinen Erfolg ihres vor drei Jahren begonnenen Kampfes erkennt. (sff)

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