Wir rechnen vor, was man mit den Hoeneß-Steuern hätte finanzieren können

Das gibt's für 27 Millionen

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Hotel Schloss Wolfsbrunnen: Die hinterzogenen Steuern von Bayern-Präsident Uli Hoeneß reichen aus, um in dem Schwebdaer Hotel 250 Jahre lang die Royal Suite zu mieten - allerdings ohne Frühstück.

Eschwege. Die Hoeneß-Millionen wären für den Werra-Meißner-Kreis ein Segen. Schlagartig wären die Debatten um die Sanierung der Kreisverwaltung in Eschwege abgeebbt. Rund 15,5 Millionen soll die Renovierung des Landgrafenschlosses kosten.

Hinterher wäre - trotz möglicher Kostensteigerung - auch noch das ein oder andere Extra drin. Jede der 16 Kommunen im Kreis könnte sich vier neue Feuerwehrautos leisten. Für jeden Feuerwehrmann gäbe es etwa zwölf neue Einsatzeinzüge. Die Stadt Eschwege hätte die Möglichkeit, jeden seiner Einwohner für eine Woche in einen All-Inclusive-Urlaub in die Karibik zu schicken oder mit einem Breitbild-Fernseher auszustatten.

Die Stadt Witzenhausen könnte auf einen Streich das seit Jahren geschlossene, marode Hallenbad für 5,6 Millionen Euro und das erneuerungsbedürftige Bürgerhaus direkt daneben für 2,2 Millionen Euro saniert werden. Auch der 1,5 Millionen Euro teure Neubau des wegen Baufälligkeit gesperrten Parkdecks in der Innenstadt wäre locker drin und das Geld noch lange nicht aufgebraucht.

In Bad Sooden-Allendorf hätte man für die Millionen die Werratal-Therme gleich zweimal sanieren können und immer noch genug Geld für Betriebskostenzuschüsse für viele Jahre gehabt. Der Umbau des ehemaligen Wellenbades in die Werratal-Therme hatte vor zehn Jahren rund elf Millionen Euro gekostet.

Wer’s gerne etwas luxuriös mag, der könnte für immerhin rund 250 Jahre die Royal Suite im Schloss Wolfsbrunnen in Schwebda beziehen, Fitness und Wellness inklusive, aber ohne Frühstück.

Sollte die Summe der hinterzogenen Steuern doch noch weiter ansteigen, was angesichts der nach oben offenen Hoeneß-Skala durchaus denkbar wäre, könnte die Stadt Witzenhausen sogar komplett entschuldet werden. Nachdem das Land Hessen 2013 annähernd 17 Millionen Euro der städtischen Schulden übernommen hatte, liegen die Witzenhäuser Rathaus-Restschulden derzeit derzeit bei 34,3 Millionen Euro. (ach/sff/stk/ts)

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