Konzert mit der Kammerphilharmonie St. Petersburg

Mit Glamour und Charme: Anna Maria Kaufmann eröffnet Märchenwoche

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Bezaubernd: Anna Maria Kaufmann begeisterte mit ihrem Charme das Publikum. Foto: fp

Bad Sooden-Allendorf. Der musikalische Auftakt der Märchenwoche Bad Sooden-Allendorf war ein riesiger Publikumserfolg. Rund vierhundert Zuschauer füllten am Sonntagabend das Kultur- und Kongresszentrum, verfolgten das Konzert mit zunehmender Begeisterung .

Und sorgten für einen ohrenbetäubenden stehenden Schlussapplaus, der allen Aufführenden galt, die diesen Abend zu einem gefälligen Genuss gemacht hatten: Der lustvoll spielenden russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg und der Sopranistin Anna Maria Kaufmann, die auch als sympathische Moderatorin das Herz der Zuschauer für sich gewann.

Unter der engagierten, leidenschaftlichen, immer auf Präzision achtenden Leitung von Juri Gilbo präsentierten sich die Musiker aus der russischen Metropole als ein kompaktes, in allen Gruppen souverän spielendes Ensemble, das mit einem überwiegend leichtfüssigem „Wunschkonzert-Programm“ den Geschmack des Publikums voll trafen. Und manchmal mit rasanten Interpretationen wahre Applausstürme entfachten. Etwa beim „Säbeltanz“ von Catschatourjan, bei „Blitz und Donner“ von Strauß oder, als bejubelte Zugabe, beim Syrtaki von Theodorakis.

Neben diesen virtuosen Ausbrüchen leistete das Orchester beste Begleitarbeit für den Auftritt von Anna Maria Kaufmann. Die deutsch-kanadische Sängerin, Jahrgang 1964, steckte das Publikum in die Tasche mit der Lebendigkeit und Frische ihres Auftretens und mit dem Charme ihrer, vor allem in den mittleren Lagen, sehr schönen und ausdrucksstarken Stimme. In glamourösen Kleidern sang sie ein sehr abwechslungsreiches Programm. Von der Habanera aus „Carmen“ über eine Arie aus Puccinis „Gianni Schicchi“ bis zu Evergreens aus Operette wie Lehárs „Giuditta“ und Musicals, wie etwa als reizende Eliza Doolittle. Die besten Interpretrationen lieferte Kaufmann im dramatischen Bereich mit einem Song aus „Evita“ und als Christine aus „Dem Phantom der Oper“. Am Schluss sang sie, mit intensivem Ausdruck das Halleluja von Leonard Cohen.

Von Francisco Pujiula

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