Museum Schifflersgrund erhält neues Konzept – Gelände wird in Originalzustand zurückgebaut

Grenze wird wieder erfahrbar

Ein neues Konzept mit neuer Ordnung: (von links) Wolfgang Ruske und Stefan Heuckeroth-Hartmann, Vorsitzende des Arbeitskreises Grenzinformation, stellten die geplanten Änderungen für das Grenzmuseum Schifflersgrund vor. Foto: Schulz

Bad Sooden-Allendorf. Das Grenzmuseum Schifflersgrund baut um. Für 350 000 Euro plant der Arbeitskreis Grenzinformation eine Umgestaltung samt Neubau. Das Gelände soll so weit wie möglich in seinen Zustand zur Zeit der innerdeutschen Grenze zurückversetzt werden. Schon im Frühjahr sollen die Umbauarbeiten starten.

„Als ältestes Grenzmuseum haben wir eine Sammlung von besonders vielen Exponaten“, sagt Stefan Heuckeroth-Hartmann, zweiter Vorsitzender des Arbeitskreises. „Diese sollen jetzt geordnet werden.“ Die Sammlung an Fahrzeugen und Hubschraubern wird entzerrt: Was aus dem Westen stammt, findet einen neuen Platz im westlichen Teil des Museums. „Urspünglich war das Grundkonzept eine Zeitschiene“, erklärt Heuckeroth-Hartmann. „Die Exponate waren nach ihrem Alter geordnet.“ Im neuen Konzept will der Arbeitskreis die Optik und damit die Stimmung von damals wieder erfahrbar machen.

Dazu werden auch die Gebäude, in denen derzeit über das Gelände verstreut Eingangsbereich, Verwaltung und Ausstellungen untergeracht sind, zurückgebaut. Sie werden durch ein 250 Quadratmeter großes Gebäude im Eingangsbereich ersetzt.

Auslöser für die Neuorientierung war das Urteil einer Historikerkommission aus Thüringen, die die Museumslandschaft entlang der hessisch-thüringischen Grenze untersucht hatte. Das Ergebnis: Um das Museum zukunftssicher zu gestalten, müssen Alleinstellungsmerkmale herausgearbeitet werden. Das sind – neben dem original Grenzzaun – Ereignisse, die sich an diesem Teil der Grenze vor 25 Jahren abgespielt haben. Dazu gehören das Schicksal von Heinz-Josef Große, der bei einem Fluchtversuch erschossen wurde, das Wanfrieder Abkommen, bei dem die amerikanische und die sowjetische Besatzungsmächte Gebiete austauschten, und die Schüsse auf Wahlhausen, die 1989 für Schlagzeilen sorgten. Auf diese Ereignisse liegen künftig die Schwerpunkte der Ausstellungen.

Für die Finanzierung hat der Arbeitskreis Geld von Bund und Land beantragt. Wieviel der Verein am Ende selbst aufbringen muss, ist noch unklar. „Wir wollen unser Programm aber trotzdem stemmen“, sagt Wolfgang Ruske, Vorsitzender des Arbeitskreises.

Bereits Ende dieses Jahres sollen die Umbauarbeiten abgeschlossen sein. Der Grund: 2015 jährt sich die deutsche Einheit zum 25. Mal und da plant auch das Grenzmuseum einige Veranstaltungen. (vsz)

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