Günter-und-Ursula-Meißner-Stiftung fördert seit 15 Jahren Projekte in der Region

Freude an der Stiftung: Ursula Meißner zieht 15 Jahre nach der Gründung ein positives Fazit über die Projekte der nach ihr und ihrem Ehemann benannten Stiftung. Foto: Michaelis

Bad Sooden-Allendorf. Was tun mit all dem Geld? In Zeiten, in denen es vielen Rentnern sehr gut geht, stellen sich nicht wenige Menschen im Alter diese Frage. Für Ursula Meißner ist die Antwort klar.

Vor 15 Jahren hat die heute 84-Jährige mit ihrem inzwischen verstorbenen Ehemann Günter einen beträchtlichen Teil ihrer Ersparnisse in eine Stiftung gesteckt. „Ich würde jedem dazu raten“, sagt sie heute.

Ein beruhigendes Gefühl hinterlasse es bei ihr, dass mit ihrem Geld junge Menschen gefördert werden. „Wir wollten etwas positives hinterlassen, obwohl wir keine Kinder hatten“, sagt Ursula Meißner. Dann sei dem Ehepaar die Idee mit der Stiftung gekommen, die ihren Namen trägt.

„Es gibt nichts besseres, wenn man sich für Kranke, Arme, Alte, Kinder oder Jugendliche engagieren will“, sagt sie. Manche kauften sich für das Alter eine Wohnung oder ein Haus. „Das ist unser Haus“, sagt Ursula Meißner über die Stiftung.

Die Bilanz seitdem kann sich sehen lassen. Aus dem Stiftungskapital von damals 100 000 Mark wurden inzwischen fast 50 000 Euro ausgeschüttet. Gefördert und unterstützt wurden damit ganz unterschiedliche Einrichtungen: unter anderem der Hospizdienst in Bad Sooden-Allendorf, das Familienzentrum, das Kinderkurheim Werraland, die Werkstatt für junge Menschen Eschwege, das Mehrgenerationenhaus Eschwege und der Spielmannszug Werratal.

Fängt Ursula Meißner an über ein Projekt zu sprechen, stockt ihr die Stimme. Im Jahr 2009 erhielt das Junge Theater Eschwege von der Meißner-Stiftung 3700 Euro für eine neue Tontechnik-Anlage. Als sie erstmals zum Einsatz kam, war Günter Meißner gesundheitlich bereits sehr beeinträchtigt. Einer seiner letzten Ausflüge führte zu den Proben des Jungen Theaters, das gerade den „Zauberlehrling“ einstudierte.

Als das Stück etwas später aufgeführt wurde, war Günter Meißner nicht mehr dabei. Mit Tränen in den Augen saß Ursula Meißner damals in den Zuschauerreihen und sah sich gerührt das Stück an. Gefreut habe sie besonders, dass sich Kinder und Jugendliche auch dank der Stiftung des Ehepaars verwirklichen und lernen konnten, sagt Ursula Meißner über diesen Moment.

Trotz so erfüllender Momente hat sie nicht nur gute Erfahrungen gemacht. Einige Menschen hätten die Förderung durch die Stiftung nach der ersten oder zweiten Zuwendung für selbstverständlich genommen. Statt Worte des Dankes zu hören, sei sie manchmal noch mit wachsendem Anspruchsdenken konfrontiert worden.

Dabei war es ganz und gar nicht selbstverständlich, dass Günter und Ursula Meißner eine Stiftung im und für den Werra-Meißner-Kreis gründen. Ursprünglich stammt das Ehepaar aus Berlin, 1970 zogen sie nach Neu-Isenburg bei Frankfurt. Erst zum Ruhestand zogen die Meißners im Jahr 1992 nach Bad Sooden-Allendorf.

Dennoch habe die Förderung von Projekten in Neu-Isenburg nie zur Debatte gestanden, sagt Ursula Meißner. „Wir hatten da nie so einen intensiven Kontakt zu den Menschen wie in Bad Sooden-Allendorf. Und Berlin hat sich so verändert, das ist nicht mehr mein Berlin.“

Von Claas Michaelis

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