Bei Stöber & Schmidt sind 15 von 100 Mitarbeitern in Einsatzabteilungen aktiv

Herz für die Feuerwehr

Torsten Stöber (Mitte) mit einem Teil seiner „Betriebsfeuerwehr“: V. r. Wilfried Schindewolf, Dieter Wilhelm, Nils Brocke und Tim Pfeifer. Ob der Arbeitsplatz verlassen werden darf, wird im Einzelfall entschieden. Da gewährt der Chef einen Vertrauensvorschuss. Foto: Mayer

Bad Sooden-Allendorf. Ein richtiger Feuerwehrmann lässt alles stehen und liegen, wenn es brennt. Wenn er gerade an der Arbeit ist, kommt es abhängig vom Job und vom Chef darauf an, ob das so einfach geht.

Denn nicht immer wird es gern gesehen, wenn Mitarbeiter während der Arbeitszeit zum Einsatz eilen. Deren Bereitschaft jedoch hängt davon ab, dass Arbeitgeber vor Ort Leute einstellen, die in der Feuerwehr aktiv sind, besonders in kleinen Orten.

Seit Jahren werden deshalb während der Dienstversammlung aller Feuerwehren im Kreis Firmen ausgezeichnet, die dies in vorbildlicher Weise tun. Bei der Versammlung Anfang dieses Jahres waren das die Firmen Küllmer Bau in Reichensachsen, Bäckerei Stange & Bechtold in Hoheneiche, Landwirt Wendroth in Neu-Eichenberg und Fleischerei Heerich in Hessisch Lichtenau.

Geehrt von der Stadt Bad Sooden-Allendorf wurde schon vor geraumer Zeit das Autohaus Stöber & Schmidt. Von dessen 100 Mitarbeitern (65 in BSA, 35 in Witzenhausen) sind sage und schreibe 15 aktive Feuerwehrmänner.

Tim Pfeifer (19) ist im dritten Ausbildungsjahr, Jugendwart und in der Einsatzabteilung der Feuerwehr in Werleshausen. Das hat man bei seiner Einstellung gewusst. „Es war kein Hindernis, denn wir schätzen Sportler, Feuerwehrleute und Ehrenamtliche allgemein“, sagt Chefin Andrea Stöber.

In diese Firmenphilosophie passt schon seit 2000 Dieter Wilhelm (52), Mechatroniker und Wehrführer in Ellingerode. Er muss nur bei Großschadenslagen raus, das sei noch nie vorgekommen.

Anders sieht das bei Nils Brocke (26) aus, bei Stöber im Teiledienst, bei der Feuerwehr in Allendorf stellvertretender Gruppenführer. Als Stützpunktfeuerwehr und wegen der B 27 muss er um die 100 mal im Jahr raus, davon 40 bis 50 mal am Tag. Dann wird im Einzelfall entschieden, was geht, denn im Teiledienst arbeiten vier Männer, die alle in der Feuerwehr sind. „Die Arbeit muss natürlich erledigt und Kunden bedient werden“, sagt Chef Torsten Stöber, selber passiver Brandschützer mit diversen Lehrgängen.

Autoverkäufer Wilfried Schindewolf (49), ehemals stellvertretender Wehrführer, hört seinen Piepser sogar, wenn in Frankershausen Alarm ist.

Stöbers haben noch nie Lohnersatz gefordert, wenn ihre Leute ausgerückt sind. Sie sind eher stolz auf sie, die auch eine schlagkräftige Betriebsfeuerwehr abgeben würden. (hm)

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