A 44: Antwort mit Wut im Bauch

Hessisch Lichtenau. Der Hessisch Lichtenauer Bürgermeister Jürgen Herwig hat sich in den Streit über den Weiterbau der A44 eingeschaltet, den die Grünen-Bundestagsabgeordnete Daniela Wagner entfacht hatte.

Die Parlamentarierin hatte in einer Kleinen Anfrage im Bundestag das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Autobahn angezweifelt, weil sich ihrer Ansicht nach der regionale Verkehr zurück entwickle und die Prognosen für das Verkehrsaufkommen 20 Jahre alt seien. Herwig sprach von „absoluten Unverständnis und einer gehörigen Portion Wut, mit denen er die Äußerungen der Grünen-Politikerin zu Kenntnis genommen habe. Er sprach von einer „unnötigen Diskussion“ und forderte eine „geharnischte Reaktion“ möglichst vieler Bürger, Kommunalpolitiker, Bundestags- und Landtagsabgeordneter. „Nachdem längst nachgewiesen ist, dass zur Entwicklung bisher vernachlässigter Regionen, wie dem ehemaligen Zonenrandgebiet des Werra-Meißner-Kreises, Verkehrsinfrastrukturprojekte wie hier insbesondere der Bau der A 44 eine absolute Notwendigkeit sind, darf dieses Projekt nicht aus durchsichtigen, rein ideologischen Gründen behindert werden“, so der Bürgermeister von Hessisch Lichtenau. Der Autobahnbau werde von der Mehrzahl der Bevölkerung unterstützt. Er lud die Bundestagsabgeordnete ein, sich selbst an Ort und Stelle ein Bild zu machen. Unterstützung findet die Bundestagsabgeordnete Wagner durch den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

 „Die Antwort des Bundesverkehrsministeriums belegt, dass das Projekt zu teuer und unnötig ist. Die A-44-Planung muss schnellstens korrigiert werden“, fordert Thomas Norgall, der Naturschutzreferent des BUND Hessen. Aus der Antwort werde deutlich, dass es für die angeblich teuerste Autobahn der Welt nicht einmal eine aktuelle Kosten-Nutzen-Rechnung gibt, obwohl die Verkehrsnachfrage nach den Zählungen um bis zu 40 Prozent zurückgegangen sei. Norgall: „Der Bund wird sich von der A 44 verabschieden, wenn unter dem Druck der leeren Kassen eine neue Kosten-Nutzen-Rechnung auf der Basis aktueller Verkehrszahlen vorgenommen wird.“ Noch könnten viele hundert Millionen gespart werden, wenn statt der östlichen vier Bauabschnitte (Waldkappel bis Herleshausen) der Ausbau der B 7 erfolgen würde. Für diese Abschnitte, wird nach BUND-Angaben eine Bausumme von 750 Millionen Euro veranschlagt.

Von Dieter Salzmann

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