Renovierungsarbeiten in der Kirche Bad Sooden-Allendorf

Der Holzwurm ist tot, nun wird die Decke saniert

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Musterstück: So soll die Decke im Schiff der St.-Crucis-Kirche aussehen. Am Übergang zum Chorraum wurde schon ein Muster zur Begutachtung für die Denkmalpfleger angebracht. 

Bad Sooden-Allendorf. Die Renovierungsarbeiten im Schiff der St.-Crucis-Kirche gehen in luftiger Höhe weiter

Dem Holzwurm in der hölzernen Deckenkonstruktion der St.-Crucis-Kirche in Allendorf ist, da waren sich die High-Tech-Schädlingsbekämpfer nach Aufheizen der Balken auf 65 Grad Celsius bis in den Kern sicher, jetzt der Garaus gemacht worden.

Doch damit ist nicht Schluss mit den Arbeiten im großen Kirchenschiff. Seit einer Woche schon stehen zwei Tischler in zehn Meter Höhe auf einer Gerüstplattform direkt unter der 1637 gezogenen, 500 Quadratmeter großen Decke, um diese mit einer hellen Unterhangdecke zu verkleiden. Ein Stück Musterdecke zum Vorführen für die Denkmalpfleger ist bereits erstellt.

Auch nach dem Abhängen der Decke wird noch viel modernisiert im Kirchenschiff: Elektrik, Beleuchtung und Beschallung. Beim nächsten Bauabschnitt, der sich voraussichtlich im Spätherbst anschließt, werden der Putz saniert und die Wände neu gestrichen, wie Architekt Aloys Werner erläutert.

Das sei zunächst nicht sofort geplant gewesen, aber von Fachleuten nachdrücklich empfohlen worden, sagen Pfarrer Hubertus Spill und Christian Thorey, der Vorsitzende des Bauausschusses der Kirchengemeinde. Begründung war, dass die Pfeifen der neuen, großen Orgel, die bis zum Allendorfer Jubiläumsjahr 2018 installiert sein soll, später nicht durch Feuchtigkeit unnötig strapaziert werden sollten. Zudem spare man Kosten, wenn man das für die Decke aufgebaute Gerüst gleich auch für den Anstrich nutzen kann.

Das sieht auch der Kirchenkreis Witzenhausen so und unterstützt diesen vierten Bauabschnitt mit 90.000 Euro, erläuterte Spill. Für die Deckensanierung, die mit 350.000 Euro zu Buche schlägt, ist eine Drittelfinanzierung von Kirchengemeinde, Landeskirche/Kirchenkreis sowie Landesdenkmalpflege ausgehandelt worden.

Und für das Licht- und Beschallungskonzept bringen Kirchengemeinde und Förderverein aus Rücklagen und durch Spenden noch einmal 97 000 Euro auf. Zwischen der Erneuerung der Decke und dem neuen Anstrich für das Kirchenschiff ist übrigens noch die Sanierung der Empore eingeplant, die ebenfalls 80.000 Euro erfordert.

Bis Mai 2017, schätzt Architekt Werner, ist der Innenraum nicht für Veranstaltungen nutzbar. Entsprechend kann auch der traditionell stark besuchte ökumenische Gottesdienst zum Erntedank- und Heimatfest am Sonntag nicht darin stattfinden.

Ob nun - wie im vorigen Jahr - auf den Kirchplatz ausgewichen wird oder die Einladung der katholischen Pfarrgemeinde St. Bonifatius in ihre Kirche angenommen wird, soll am Freitagmittag entschieden werden, wenn die Wettervorhersage noch konkreter ist. Eine überdachte Bühne ist auf dem Kirchplatz schon aufgebaut.

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