Zuversicht ist geschrumpft

Illegales Wald-Haus: Frau hat Angebot der Behörden bis heute nicht erhalten

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Idylle im Wald: Versteckt hinter dichten Bäume steht das Haus von Ursula Metzler. Die 73-Jährige streitet seit Jahren mit dem Bauamt des Werra-Meißner-Kreises, der das illegal errichtete Haus abreißen lassen will. Foto:  Shuhaiber

Rommerode. Vor zwei Wochen war Ursula Metzler noch zuversichtlich, als sie über unsere Zeitung erfuhr, dass der Kreis an einer Lösung ihres Problems interessiert ist. Mittlerweile ist ihre Zuversicht geschrumpft. Seit zehn Jahren streitet sie mit dem Kreisbauamt und kämpft gegen den Abriss ihres Hauses.

„Bis heute gab es keinerlei Reaktion seitens des Kreises. Weder ich noch mein Anwalt sind seit dem Bericht in ihrer Zeitung angeschrieben worden“, sagt Ursula Metzler. Dabei hatte die Seniorin erwartet, dass ihr das Angebot des Ersten Kreisbeigeordneten Rainer Wallmann (Grüne) noch einmal schriftlich zugesendet wird. Schließlich habe der Werra-Meißner-Kreis über die Zeitung ein verbindliches Angebot ausgesprochen. Metzler vermutet, dass der Landkreis auf Zeit spielt und darauf hofft, dass die Petition im hessischen Landtag doch noch abgewiesen wird.

Auch Anwalt, Carsten Hahn aus Kassel, der Ursula Metzler seit Mai 2013 vertritt, bestätigt, dass ihm bislang kein schriftliches Angebot vorliegt. Der Spezialist für Baurecht weiß, dass die juristischen Möglichkeiten bereits ausgeschöpft sind. Deshalb habe er seiner Mandantin empfohlen, sich an den den Petitionsausschuss in Wiesbaden zu wenden: „Ich habe Frau Metzler geraten, alle Möglichkeiten auszuschöpfen“. Nachdem Metzler die Petition Mitte Februar eingereicht habe, sei wieder Bewegung in die Sache gekommen. Der Landkreis habe daraufhin zugesichert, den Abriss des Hauses aufzuschieben, bis der Petitionsausschuss eine Entscheidung getroffen hat. „Daraufhin haben wir den Widerspruch gegen die Ersatzvornahmekosten zurück gezogen“, sagt Hahn. Konkret bedeute das für Ursula Metzler, dass die Vollstreckung der Abrissverfügung zunächst ausgesetzt wird. Das Vorgehen des Werra-Meißner-Kreises in den vergangenen Jahren ist für den Juristen indes nur schwer nachvollziehbar: Das Ermessen des Kreisbauamtes wird hier so ausgeübt, dass es nicht nachvollziehbar ist“, sagt er.

Das sagt der Landkreis

Frau Metzler ist eine Bürgerin des Werra-Meißner-Kreises wir sind für sie ebenso verantwortlichen wie für jeden anderen Bürger und wünschen uns deshalb eine gute Lösung", sagt der Erste Kreisbeigeordnete Rainer Wallmann (Grüne) auf Anfrage unserer Zeitung.

Es habe einen Termin mit Ursula Metzler und ihrem Anwalt Carsten Hahn gegeben. Entgegen der Aussage des Anwalts, habe das Kreisbauamt in einem Gespräch bereits angeboten, dass der Abriss ausgesetzt werde, wenn die Sicherheitsleistung hinterlegt wird. Das bedeute nicht, dass Metzler die 15.000 Euro in bar hinterlegen müsse. Auch eine Bankbürgschaft sei eine Option. "Bei dem Gespräch gab es keine Einigung", sagt Wallmann . Der Anwalt sei nun in der Bringschuld und möge sich mit dem Kreisbauamt in Verbindung setzen. (alh)

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