Interview mit Schülern der Jahrgangsstufe zehn über die Zeit nach dem Abschluss

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Absolventen: Schüler der Rhenanusschule (von links) Dane Hafziz (16), Amina Karahodza (17) und Maren Albrecht (15).

Bad Sooden-Allendorf. Wie soll es nach der Schule weitergehen – im Wera-Meißner-Kreis bleiben, oder doch lieber wegziehen? Wir haben mit drei Schülern der Jahrgangsstufe 10 der Rhenanusschule in Bad Sooden-Allendorf darüber gesprochen, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen.

Ihr macht im Sommer Euren Realschulabschluss. Wie soll es danach weiter gehen?

Dane: Ich bin am Sportinternat und möchte mein Abitur machen.

Amina: Ich werde auch weiterhin zur Schule gehen und erstmal mein Abi machen.

Maren: Im August beginne ich eine Ausbildung zur Mechanikerin für Land- und Baumaschinen bei der Firma Janson in Waldkappel.

Wollt Ihr nach der Schule/Ausbildung im Werra-Meißner-Kreis bleiben, oder lieber woanders hingehen?

Dane: Nein, eher nicht. Ich kome aus Frankfurt und würde gerne nach dem Abi wieder dahin zurück. Außerdem möchte ich zur Bundeswehr, und hier gibt es keinen Standort.

Amina: Wenn ich das Abi schaffe, möchte ich gerne Jura oder Architektur studieren. Dafür muss ich den Werra-Meißner-Kreis verlassen. Ich muss nicht unbedingt ganz weit weg. Das hängt aber auch davon ab, welche Uni mich nimmt.

Maren: Ich möchte hier bleiben, deshalb ist es auch super, dass es mit der Ausbildung in Waldkappel geklappt hat. Ich wohne in Kammerbach und werde dann mit dem Motorrad zur Arbeit fahren. Außerdem kann ich mich so weiterhin um meine zwei Pferde kümmern.

Seid Ihr als Jugendliche mit Möglichkeiten und den Angeboten, die im Werra-Meißner-Kreis gemacht werden, zufrieden?

Dane: Naja, es geht so. Das Kurtheater beispielsweise ist nicht wirklich attraktiv und wird auch nicht gut besucht. Ein großes modernes Kino wäre klasse, also, ein Kino das einen anspricht und in dem auch aktuelle Filme gespielt werden. Bisher werden die Filme hier immer später gezeigt, als zum Beispiel in Frankfurt. Gut gefallen mir aber die Sportangebote und die Ruhe. Hier kann ich mich viel besser auf die Schule konzentrieren.

Amina: Ich finde es okay, aber im Vergleich mit großen Städten wie Frankfurt oder Kassel, ist es hier schon etwas anderes. Das Angebot ist mit dem Kurbetrieb auf ältere Menschen ausgelegt. Auch shoppen gehen ist hier nicht möglich, wir haben noch nicht mal ein H&M oder ein McDonalds, obwohl das bestimmt viele junge Leute anziehen würde.

Maren: Es gibt schon viele Dinge die man hier machen kann. Wir haben viel Natur und man kann hier super Ausreiten. Außerdem helfe ich noch auf einem landwirtschaftlichen Betrieb und kümmere mich mit um die Tiere bei uns Zuhause.

Was wünscht Ihr Euch für die Zukunft und wo seht Ihr Euch in zehn Jahren?

Dane: Ich möchte Bundeswehrsoldat sein und ein abgeschlossenes Studium haben. Außerdem wünsche ich mir eine eigene Familie und ein sicheres und sorgenfreies Leben.

Amina: Ich wünsche mir, dass ich etwas erreicht habe. Als Architektin würde ich gerne ins Ausland zum Beispiel nach New York gehen. Ich glaube, im Ausland hätte ich eine bessere Perspektive und Möglichkeiten an großen Bauprojekten zu arbeiten. Wenn ich Anwältin werden sollte, schätze ich meine Chancen außerhalb des Werra-Meißner-Kreises auch besser ein. Ich wollte mal ein Praktikum bei einem Anwalt hier machen, habe aber keinen Platz bekommen, weil es hieß, dass es sich nicht lohnen würde. Und dann wünsche ich mir natürlich auch noch eine eigene Familie.

Maren: Ich möchte vor allem glücklich sein und meine eigene Familie haben. Außerdem möchte ich mich als Mechanikerin weiterbilden und meinen Meister machen. Und dann würde ich gerne noch Feuerwehrlehrgänge absolvieren und einen Jagdschein machen.

Von Alia Shuhaiber

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